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Zukunft des Irak - Druckversion

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- Azrail - 05.01.2007

Hypothetisch!

OK.

1.Bürgerkrieg (ist ja eigentlich schon)
2.Der Irak zerfällt.

Was passiert dann..???

Welche Staaten kann es dort geben,wer legitimiert sie,was werden die Nachbarn machen oder wie werden sie es aufnehmen?

MfG Azze


- defend0r - 05.01.2007

naja wenn, dann würde ich sagen, wird der irak in 3 teile zerfallen. einen kurdischen, sunnitischen und schiitischen. das wird aber kaum die lage beruhigen, da die hauptwohngebiete dieser 3 parteien ineinander verwoben sind und insbesondere die ölreservern sehr unterschiedlich über den irak verteilt sind. also besser würde - meiner meinung nach - durch eine teilung nichts. auch auf lange sicht nicht.
die zukunft muss deswegen in einem irak liegen.


- Falcon - 05.01.2007

Azrail schrieb:1.Bürgerkrieg (ist ja eigentlich schon)
2.Der Irak zerfällt.

Was passiert dann..???
MfG Azze

Was passiert?? Die Türkei marschiert ein. So sehe ich das. Je mehr die Kurden dort an Einfluss gewinnen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit in Nord-Irak einzumarschieren und die "Grenze" als auch die dort lebenden Turkmenen zu schützen.


- Falke - 05.01.2007

Falcon schrieb:
Azrail schrieb:1.Bürgerkrieg (ist ja eigentlich schon)
2.Der Irak zerfällt.

Was passiert dann..???
MfG Azze

Was passiert?? Die Türkei marschiert ein. So sehe ich das. Je mehr die Kurden dort an Einfluss gewinnen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit in Nord-Irak einzumarschieren und die "Grenze" als auch die dort lebenden Turkmenen zu schützen.


So einfach ist das nun auch wieder nicht. Die USA würde im jetzigen Stand alles andere tun als die verbündeten Kurden im Nordirak zu verärgern. Der Ausflug in den Nordirak ist Geschichte.


- Wirbelwind - 06.01.2007

Ich vermute mal das Amerika stark was dagegen hätte das die Türkei in den Nordirak einmaschiert. Desweiteren denke ich auch das die Türkei nicht in der Lage ist dort etwas zu bewirken, wenn nicht mal die USA die Lage dort in den Griff bekommen.
Und für die angestrebte Mitgliedschaft in der EU wäre es auch wohl nicht sehr förderlich.

Gruß Wirbel


- Cluster - 06.01.2007

- Abzug der Allianzstreitkräfte
- Bürgerkrieg
- Einflussnahme von Außen
- Invasion fremder regionaler Mächte
- eine Art islamischer 30-jähriger Krieg


- Quintus Fabius - 06.01.2007

Meiner Meinung nach wird es keine 30 Jahre dauern. Die Schiiten werden sich in einem heftigen Krieg durchsetzen.

Es wird zum Völkermord kommen.

Ein neuer schiitischer Irak wird daraus hervor gehen.

Es besteht aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit einer Eskalation zwischen Saudi Arabien und dem Iran und zwar um so mehr je schneller die Amis abziehen.


- Azrail - 06.01.2007

@Cluster Ja du könntest recht haben auch du @Qintus könntest recht haben.Die Wahrscheinlichkeit ist da.

ABER ich glaube es könnte auch so kommen:

1.Abzug der Alliierten Truppen(Amis)
2.Bürgerkrieg (Entscheidung untereinmander wer Herr im Haus ist)
3.Reagionalmächte Syrien,Iran,Türkei kooperieren untereinander um gemeinsame Interessen durchzusetzten(die Nachbarn einigen sich darauf das sie die neuen Herren im Irak sind).
4.Saudi Arabien hat nix zu melden wen sollten sie auch unterstützten was die beherrschen ist nur "Scheckkartendiplomatie."


MfG Azze


- Falke - 07.01.2007

Ich glaube, auch wenn die Amis abziehen sollten, werden die weiterhin ein wachsames Auge auf den Irak haben. Dabei denke ich speziell an die nordirakischen Kurden, die im Sinne derer Interressenvertretung sehr gut in Frage kommen werden. Der Flirt der Kurden mit den Amis ist bis heute kaum zu übersehen. :x


- Falcon - 07.01.2007

Das es zu einem Bürgerkrieg kommen wird dürfte wohl jedem klar sein.
Wem haben wir das zur verdanken: Unserem treuen Freund und verbündeten AMERIKA. :evil:


- Turin - 07.01.2007

Zitat:Das es zu einem Bürgerkrieg kommen wird dürfte wohl jedem klar sein.
Wem haben wir das zur verdanken: Unserem treuen Freund und verbündeten AMERIKA.

Normalerweise verdankt man einen Bürgerkrieg denjenigen, die willens sind, ihn zu führen. Ich leugne gar nicht, dass die USA eine nahezu perfekte Ausgangslage geschaffen haben, aber die Verantwortung muss man trotzdem auf mehrere Schultern verteilen.


- Leto - 07.01.2007

Man sollte nicht vergessen auf welche Art ein Bürgerkrieg im Irak verhindert wurde :!:


- Skywalker - 07.01.2007

Falke schrieb:Ich glaube, auch wenn die Amis abziehen sollten, werden die weiterhin ein wachsames Auge auf den Irak haben. Dabei denke ich speziell an die nordirakischen Kurden, die im Sinne derer Interressenvertretung sehr gut in Frage kommen werden. Der Flirt der Kurden mit den Amis ist bis heute kaum zu übersehen. :x


Was die Führer Nordirakischen Kurden anbelangt und deren Parteien, so bin ich der Meinung das sie unter der kurdischen Bevölkerung zunehmend an Einfluss verlieren. Barzani und Talabani sind äusserst korupt, setzen in den wichtigen Stellen d.h in der Verwaltung und in den Sicherheitsdiensten jeweils ihre eigenen Parteimitglieder ein. Im Nordirak herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit, Arbeit finden diejenigen leicht die Mitglieder der PUK oder KDP sind. Die Parteimitglieder der beiden wichtigen Kurdenparteien erhalten jeweils in ihren Verwaltungsgebieten leichter als normale Durchschnittsbürger einen Studienplatz, Arbeitsplatz und sogar Plätze als Patienten in Krankenhäusern.

Die Kurden werden mehr und mehr unzufriedener mit ihren herrschenden Eliten. Wenn Autoren z.B kritische Berichte über Barzani schreiben müssen sie mit Repressionen rechnen, die von Drohungen bis hin zu willkürlichen Verhaftungen reichen. Das politische Klima im Nordirak ist nahezu perfekt das sich die kurdischen Islamisten neu formieren können.

Quellen dazu hab ich im Thread Kurdistan gepostet.


- Tiger - 07.01.2007

Sollte der Verfall des Irak weiter fortschreiten, ist es als sicher anzusehen, das der kurdisch besiedelte Teil des Irak sich für unabhängig erklärt. Er ist die innenpolitisch stabilste Region des Irak.
Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, das die Türkei oder der Iran dort einmarschieren würden. Ein im ehemaligen Irak begründeter kurdischer Staat könnte rasch eine schlagkräftige Armee aufstellen, weil es ihm möglich wäre, auf die lange Kampferfahrung der Peshmerga im Irak und wohl auch auf Aufrüstung und Material der irakischen Armee zurückzugreifen. Es wäre somit gut vorstellbar, das ein iranischer oder türkischer Einmarsch von einem im ehemaligen Irak begründeten kurdischen Staat zurückgeschlagen werden könnte.
Zudem: Der Türkei würde ein solcher kurdischer Staat eher nützen als schaden. Man könnte von ihm Unterstützung gegen die PKK erhalten.

@Quintus Fabius
Ich glaube nicht, das sich die Schiiten ganz durchsetzen würden. Der schiitisch-arabische Teil des Irak wäre wohl nicht stark genug, den sunnitisch-arabischen Teil zu erobern. Es käme wohl zwischen beiden Seiten um einen Krieg um die umstrittenen Gebiete nahe bzw. um Bagdad, bis dieser Konflikt aufgrund allgemeiner Erschöpfung einschläft.
Für recht glaubwürdig halte ich es, das es zu einem auch im Irak ausgetragenen Krieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien käme. Es könnte zu einem auf den Irak begrenzten Konflikt zwischen beiden Seiten kommen, ganz ähnlich dem Korea-Krieg.


- Azrail - 08.01.2007

Zitat:Sollte der Verfall des Irak weiter fortschreiten, ist es als sicher anzusehen, das der kurdisch besiedelte Teil des Irak sich für unabhängig erklärt. Er ist die innenpolitisch stabilste Region des Irak.
Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, das die Türkei oder der Iran dort einmarschieren würden. Ein im ehemaligen Irak begründeter kurdischer Staat könnte rasch eine schlagkräftige Armee aufstellen, weil es ihm möglich wäre, auf die lange Kampferfahrung der Peshmerga im Irak und wohl auch auf Aufrüstung und Material der irakischen Armee zurückzugreifen. Es wäre somit gut vorstellbar, das ein iranischer oder türkischer Einmarsch von einem im ehemaligen Irak begründeten kurdischen Staat zurückgeschlagen werden könnte.
Zudem: Der Türkei würde ein solcher kurdischer Staat eher nützen als schaden. Man könnte von ihm Unterstützung gegen die PKK erhalten.

Nein ein krudischer staat ist ohne seine Nachbarn nicht überlebensfähig wenn eben die Amis nicht im Land bleiben.
Die brauchen die Amis deshalb kriechen die denen so in den Arsch sie wären auch die die am meisten dann verlieren könnten wenn die Amis gehen.
Die kurdischen Fraktionen hätte keine Chance weder militräsisch noch politisch sie müssen sich kompromissbereit mit den nachbarn dann einstellen.
Stellt sich die Frage ob die USA sich im Norden Iraks festsetzten?

Glaube nicht weil dies immernoch ein Anreiz ist Amerikaner anzugreifen wo Amis sind gibt es nur Terror,dann sterebn eben Kurden statt Shiiten.
Ansonsten wären die Amis trotzdem abhängig von den Nachbarn wie Türkei oder Syrien.Das wiederum bedeutet sie müssen kooperiren,drehen wir es wie es ist Amerika kann nicht das erreichen was sie will wenn sie nicht mit den Nachbarn kooperiert.