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Weltmacht China auf tönernen Füßen? - ThomasWach - 07.02.2008

Die Wetterlage in China wirft ein negatives Licht auf die Verfassung und die inneren Zustände des chinesischen Politikapparates. Staat und Partei haben nur sehr zaghaft und ineffizient auf die schlechte Lage und die Versorgungs- und Infrastrukturprobleme in China aufgrund der Wetterprobleme reagiert.

Hier dazu die Meldung:

Zitat:Auch Schnee kann einen Kaiser stürzen
Von Jürgen Kremb, Singapur

Tief verschneite Straßen, blockierte Gleise - und mitten drin Millionen gestrandeter Reisender. China ächzt unter dem schlimmsten Wetterchaos seit Jahrzehnten - und die Politiker versagen bei der Krisenbewältigung. Von Hilfe keine Spur. Nur die Propaganda, die funktioniert zuverlässig
...

Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,533210,00.html

Mein persönlicher Favourit: Soldaten schießen auf vereiste Überlandleitungen um sie vom Eis zu befreien. Das nennt man nicht unbedingt erfolgreiches Krisenmanagement.

Und ein weiterer Artikel über die vermeintliche "Stärke" Chinas:

Zitat:Feng Shui und der China-Crash
Von Jürgen Kremb, Singapur

Börsenweisheiten von Meister Chong: Asiens Aktienmärkte boomen weiter, China bleibt Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Den Mahnern, die die einsetzende Inflation als gefährlichen Zündstoff für soziale Krisen betrachten, attestiert er übertriebene Sorge.
...

Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,521853,00.html

Interessant finde ich besonders diese Passage, weil desöfteren die PPP-bereinigte Wirtschaftsstärke Chinas, also die kaufkraftzbereinigte "reale" Wirtschaftskraft Chinas und deren Bewertung ein wichtiger Streitpunkt war in vielen Debatten um die wirtschaftliche, politische und auch militärisch/rüstungspolitische Stärke Chinas:

Zitat:Um satte 40 Prozent habe die Weltbank bei ihren auf Kaufkraft basierenden Berechnungen in der Vergangenheit die Größe des chinesischen Bruttosozialproduktes überschätzt, meint der US-Entwicklungsökonom Alfred Keidel. Mit 300 Millionen leben zudem dreimal mehr Chinesen als bisher angenommen unter der Armutsgrenze von einem Dollar am Tag.

Dies läßt dann die angenommene, reale Wirtschaftskraft Chinas und damit dessen Potential auch in Sachen Rüstung doch kleiner aussehen.


- hoj - 07.02.2008

Zitat:Die Wetterlage in China wirft ein negatives Licht auf die Verfassung und die inneren Zustände des chinesischen Politikapparates. Staat und Partei haben nur sehr zaghaft und ineffizient auf die schlechte Lage und die Versorgungs- und Infrastrukturprobleme in China aufgrund der Wetterprobleme reagiert.

Quatsch. Die Aparatschik haben sehr schnell und sehr massiv reagiert. Was man denen vorwerfen kann, ist nur dass die sich ab und zu in dem Weg der Retter und anderer Aparatschiks stellten.

Bei einer Verstopfung von der Größe ca. 50-70 millionen Menschen gab es verdammt wenig Tote zu verzeichen. (bei der Düre in den gleichen Regionen gab es mehr Tote. Aber darüber gab es bei uns überhaput keine Berichte außer algemeinem Ökogutachten. Das gleiche bei dem Monsum, der in China leztes Jahr niederging) Und das bei dem Fakt dass China erst seit der Mitte des lezten Jahres bei sich eigene Rettungskräfte (so ähnlich wie bei den Russen) aufzubauen anfing.

Zitat:Nur die Propaganda, die funktioniert zuverlässig

Eigentlich hat die Zensur besser funktioniert. China war zwei Wochen im Chaos, bis es in Europa endlich etwas darüber berichtet würde.(der Lacher dabei ist, dass wenn es keine Winterferien gäbe. wäre es bei uns gar nicht darüber berichtet. Erst als die Chinesische Behörden landesweite Reisewarnungen ausriefen, began man bei uns darauf zu reagieren) Was der Propaganda angeht, dann es wäre nicht China, wenn dort mit einem Kohlelaster keine 20 Propaganda-Commisare ensandte.

Zitat:Mein persönlicher Favourit: Soldaten schießen auf vereiste Überlandleitungen um sie vom Eis zu befreien.


nichts ungewöhnliches für China, wenn der Kontinental Winter sich mit der Pazifisher Feuchtigkeit trifft.. Dadurch dass die Leitungen sich im Betrieb und in der Wintersonne erwärmen, kondenziert sich die Luftfeuchtigkeit auf dehnen. Minus 30-40 °C machen den Rest. Da gibt es Zapfen bis zur Erde)bzw. Bis zur Schneedecke, die manchmal ca. 4-8m Metter dick sein kann). Wenn man einem vereistem Bambuswald sehen will, dann wäre jetzt die richtige Zeit.

Was aber allamierend ist, dass diese Schneemassen eigentlich im Tiebet niedergingen sollten. Anscheinen hat sich die Klimagrenze weiter nach Süd-Osten verschoben.

Zitat:Um satte 40 Prozent habe die Weltbank bei ihren auf Kaufkraft basierenden Berechnungen in der Vergangenheit die Größe des chinesischen Bruttosozialproduktes überschätzt, meint der US-Entwicklungsökonom Alfred Keidel.

ha!! na endlich! Der Ökonom kommt um 20 Jahre zuspät.

Zitat:Mit 300 Millionen leben zudem dreimal mehr Chinesen als bisher angenommen unter der Armutsgrenze von einem Dollar am Tag

dabei liegt er falsch. Die Armutsgrenze hat sich ehe geld- und sozialempfindungsmäßig nach oben gewandert als die Menschen armer geworden.

Zitat:Dies läßt dann die angenommene, reale Wirtschaftskraft Chinas und damit dessen Potential auch in Sachen Rüstung doch kleiner aussehen.

Falsch. Waffensektor ist in China viel mehr gewachsen als Zivile. Vor allem, was die Technologienforschung und Produktionskapazitäten angeht.


- ThomasWach - 07.02.2008

Bezüglich der Schnelligkeit der Reaktion geht es immer um die empfundene Schnelligkeit. Bei solchen Wetterkapriolen gibt es keine standardmäßigen Indikatoren und Kriterien, mit denen man die adäquate Reaktion einer Regierung messen kann. Es gibt da keinen Standard, aber man kann versuchen, Selbstwahrnehmung eines Landes und die Realität mit einander zu vergleichen.
Ergo kann man schaun, wie eine inzwischen als Weltmacht auftretende chin. >Regieurng reagiert, wenn ihr Land im Wetterchaos versinkt und wenn Provinzialregierungen völlig versagen. Man ging ja sogar so weit in Peking, die Provinzregierungen offen und massiv zu kritisieren.

Und in dem Artikel wird ja deutlich, dass die unverminderte Propaganda den Leuten ziemlich übel aufstieß. Es wurde auch gesagt, dass die Probleme schon gut 4 Wochen bestehen und nicht erst seit den 2 Wochen, in denen in Europa darüber berichtet wird. Letztlich spricht das alles aber nicht gegen die Einschätzung, dass die chin. Zentralkregierung (wieder) einmal nicht Herr der Lage war.

Und bezüglich des PPP-BSP: Sicher war die Expansion im militärischen Bereich beeindruckend. Aber in vielen Diskussionen hoben viele Diskutanten mit Bezug auf die chin. Fähigkeiten das im Rahmen des PPP enorm höheren chin. BSP hervor, sprich, dass die Chinesen aufgrund der niedrigeren Preise bei sich und der höheren Kaufkraft im Land dadurch noch mehr rüsten könnten als ihr BIP in Dollar suggerieren würde. DArum ging es, dass eben das PPP-BSP nicht so viel größer wäre als das "Dollar-BIP".


- hoj - 13.02.2008

Zitat:Der Filmemacher, Regisseur und Oscargewinner Steven Spielberg tritt als künstlerischer Berater für die Olympischen Sommerspiele in Peking zurück. Seine Gründe: Die Sudan-Politik Chinas und die destruktive Rolle im Darfur-Konflikt.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,534892,00.html">http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,534892,00.html</a><!-- m -->

Zitat:Und in dem Artikel wird ja deutlich, dass die unverminderte Propaganda den Leuten ziemlich übel aufstieß.

nun. das ist China. Da wird Propaganda nicht für die Überzeugung gemacht, sondern um zu zeigen wer der Herr im Hause ist.(sowas ähnliches wie die Spräherbilder in den Ghettos) Und sollten die Leute sich daran aufstoßen, dann werden mal ein paar Fragen and die Oma und Opa auf dem Polizeirevier "gestellt". Oder gar die Familien-Ernährer für halbes Jahr ins Umerziehungsurlaub geschickt. (funktioniert wunderbar. Wenn der Kriminellenumfeld die nicht überzeugen wird. Dann sobald die Nefen und Nichten vor Hunger bei der Tante anklopfen, wird die Tante ihren Eltern schnell zeigen, was die von deren Regierungskritik haltet. Mit allen Pfanen und Teigrollern, die sie Zuhause hat.)


- hoj - 13.02.2008

Zitat:Das gerade begonnene chinesische "Jahr der Ratte" hat den Preis für Hamster in der Volksrepublik nach oben schnellen lassen. "Die Leute wollen jetzt alle rattenähnliche Haustiere", sagte Online-Hamsterhändler Yi Xiaoran. "Ich habe mindestens doppelt so viele Kunden wie vor Beginn des neuen Jahres." Vor Anbruch des "Jahrs der Ratte" war ein Hamster in China schon für umgerechnet 48 Euro-Cent zu haben, inzwischen hat sich der Preis jedoch um das Sechsfache erhöht, wie chinesische Medien berichten.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://afp.google.com/article/ALeqM5jPgWPhzhsOSlHTqIuRtHNsRs1tzQ">http://afp.google.com/article/ALeqM5jPg ... tHNsRs1tzQ</a><!-- m -->

Zitat:Der russische Außenminister Sergey Lawrow hat ein totales Stationierungsverbot für Waffen im Weltall vorgeschlagen. Lawrow präsentierte am Dienstag bei der Abrüstungskonferenz in Genf einen gemeinsam mit China verfassten Vertragsentwurf über eine Ächtung der Rüstung im All. Er warf den USA vor, einen neuen Rüstungswettlauf auch auf der Erde auszulösen. Die Sprecherin des Weißen Hauses sagte: „Die USA lehnen Verbote ab, mit denen der Zugang oder die Nutzung des Weltalls verboten oder begrenzt werden soll.“

Unterdessen will sich Tschechien möglichst rasch mit den USA auf die Stationierung von Teilen der geplanten Raketenabwehr verständigen. Die Verhandlungen sind nach Angaben der Regierung in Prag weit fortgeschritten. „Wir könnten im Frühjahr zu einer Vereinbarung kommen“, sagte der stellvertretende tschechische Ministerpräsident Alexandr Vondra bei einem Besuch in Berlin. Bereits Ende Februar reist der tschechische Regierungschef Mirek Topolanek zu Gesprächen nach Washington. Die USA wollen bis 2013 zehn Abfangraketen in Polen sowie ein Radar in Tschechien stationieren, um gegen Angriffe beispielsweise aus dem Iran gewappnet zu sein. Das Projekt stößt auf massiven Widerstand aus Russland.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesspiegel.de/politik/div/;art771,2475770">http://www.tagesspiegel.de/politik/div/;art771,2475770</a><!-- m -->


- hoj - 21.02.2008

Zitat:Before the match between China and Japan was played at Olympic Sports Centre in Chonqing, the local media printed articles which carried the advice that “true football fans respect their opponents”.

China have considered the Japanese as bitter rivals in the sporting arena – with their rivalry stemming from Japan’s World War Two aggression in the country.

Last Sunday, Chinese fans carried their anti-Japan sentiment to the stands when they hurled rubbish, booed and jeered at the players when they played North Korea.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.goal.com/en/Articolo.aspx?ContenutoId=594432">http://www.goal.com/en/Articolo.aspx?ContenutoId=594432</a><!-- m -->


- hoj - 09.03.2008

Zitat:China foiled a bid to cause an air disaster on a passenger jet en route to Beijing and the plane made a safe emergency landing, an official said on Sunday, in what state media called an attempted terrorist attack.

The China Southern flight originated in Urumqi, capital of the restive far western Chinese region of Xinjiang, where militant Uighurs have agitated for an independent "East Turkestan".

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.reuters.com/article/topNews/idUSSP14674820080309">http://www.reuters.com/article/topNews/ ... 4820080309</a><!-- m -->


- hoj - 10.03.2008

Zitat:Chinese President Hu Jintao has called on the military to improve its ability to "win high-tech regional wars", state media said on Monday, less than two weeks before arch rival Taiwan heads to the polls.

"We must intensify our effort to strengthen national defense and step up army building while going all out for economic, political, cultural and social development," the official Xinhua news agency quoted Hu as telling military officers.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.reuters.com/article/worldNews/idUSPEK24123620080310">http://www.reuters.com/article/worldNew ... 3620080310</a><!-- m -->


- hoj - 14.03.2008

Zitat:Krawalle und Brandstiftungen in Lhasa - chinesische Polizei riegelt Klöster ab

Chaos und Gewalt in der tibetischen Hauptstadt Lhasa: Demonstranten und chinesische Sicherheitskräfte liefern sich brutale Straßenschlachten. In der Altstadt brennt es. Bereits seit Tagen protestieren buddhistische Mönche gegen die chinesische Herrschaft in ihrem Land.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541421,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 21,00.html</a><!-- m -->

Anscheinend haben Chinas Machthaber immernoch nicht begriffen wie abhängig die sind von der Politik Dalai Lamas in Tiebet.


- Erich - 15.03.2008

<!-- m --><a class="postlink" href="http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/asien/5560646-Tote-und-Verletzte-bei-Unruhen-in-Tibet,cc=000000160300055606461Dpz1C.html">http://portal.gmx.net/de/themen/nachric ... Dpz1C.html</a><!-- m -->
Zitat:Tote und Verletzte bei Unruhen in Tibet

Peking (dpa) - Bei den schwersten antichinesischen Protesten in Tibet seit knapp zwei Jahrzehnten hat es laut Augenzeugenberichten Tote und Verletzte gegeben. Wütende Tibeter verwüsteten am Freitag in der Hauptstadt Lhasa die Läden von chinesischen Besitzern und setzten sie in Brand.

...
Das religiöse Oberhaupt der Tibeter zeigte sich im Exil im nordindischen Daharamsala "tief beunruhigt". Die zunächst friedlichen Proteste seien "Ausdruck des tief verwurzelten Ärgers des tibetischen Volkes" unter der chinesischen Regierung. Seine Landsleute bitte er dringend darum, den Ausweg nicht in der Gewalt zu suchen.
....

mit anderem "Zungenschlag" <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/ausland/tibet70.html">http://www.tagesschau.de/ausland/tibet70.html</a><!-- m -->
Zitat:Reaktionen auf Unruhen in Tibet
Dalai Lama fordert Gewaltverzicht

Nach der Eskalation der Proteste gegen die chinesische Besetzung in Tibet haben der Dalai Lama, Vertreter von EU und UN sowie US-Präsident Bush die chinesische Regierung und die Demonstranten zur Gewaltlosigkeit aufgerufen.
...

Stand: 14.03.2008 21:38 Uhr
sieht aber nicht so aus: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/ausland/tibet78.html">http://www.tagesschau.de/ausland/tibet78.html</a><!-- m -->
Zitat:Anti-chinesische Ausschreitungen in Tibet
Peking bestätigt zehn Todesopfer

Einen Tag nach den heftigsten anti-chinesischen Protesten in Tibet seit fast zwei Jahrzehnten haben amtliche chinesische Medien mehrere Todesopfer bei den Ausschreitungen bestätigt. Bei den gewalttätigen Protesten in der tibetischen Hauptstadt Lhasa seien zehn Menschen ums Leben gekommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

...
Stand: 15.03.2008 08:06 Uhr

ich hoffe, dass - schon vor dem Hintergrund des "Olympiajahres" endlich eine Verständigung zwischen dem Dalai Lama und der Regierung in Bejing mit einer vernünftigen Atonomieregelung möglich wird.


- bastian - 15.03.2008

Zitat:ich hoffe, dass - schon vor dem Hintergrund des "Olympiajahres" endlich eine Verständigung zwischen dem Dalai Lama und der Regierung in Bejing mit einer vernünftigen Atonomieregelung möglich wird.

Erich ich wäre neugierig zu erfahren, wo du diesen Optimismus herhast.
Mal ehrlich, da spricht aber auch überhaupt gar nichts dafür, die Chinesen reagieren wie jedes diktatorische Regime auf den Aufstand der Unterdrückten; nackte Gewalt und Repression.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541650,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 50,00.html</a><!-- m -->
Zitat:BLUTIGER PROTEST
Tibetische Exilregierung spricht von 100 Toten
Die chinesische Regierung ist unerbittlich: Nach dem blutigen Aufstand in Tibet hat sie massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen und den "Mob" aufgefordert, sich zu ergeben. Offiziell gab es bei dem Protest zehn Tote - tibetische Exilanten sprechen dagegen von 100 Opfern.

Warum sollte eine Autonomie für die Tibeter akteptabel sein, die Chinesen haben Tibet völkerrechtswidrig besetzt und betreiben eine knallharte Assimilationspolitik. Die Chinesen werden über absolut nichts verhandeln.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/151/163693/">http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/151/163693/</a><!-- m -->
Zitat:Brutale Repression in Tibet
Die Wut der Mönche
Anstatt den Dialog mit dem Dalai Lama zu suchen, radikalisiert Peking die Tibeter unnötig weiter. Mit Schüssen auf Nonnen und Verhaftungen von Kindern ruft China heftigen Widerstand hervor.
Von Henrik Bork, Peking

Die jetzige Situation zeigt was China immer noch ist; eine brutale Diktatur. Olympia 2008 ist nicht weit von den Motiven von Berlin 1938 entfernt.


- Erich - 15.03.2008

ich stimme Dir zu - China ist eine militante Parteiditkatur, auch nach den wirtschaftlichen Öffnungen.
Die Chinesen verhandeln, wenn überhaupt - im Übrigen nicht anders als die USA auch - lieber aus der Position der Stärke.

Allerdings sind die Repressalien in Tibet auch immer im Kontext mit ganz China zu sehen
- der Große Sprung nach vorn von 1958 bis Anfang 1962 korrespondiert mit den Nöten in Tibet, die letztlich zu einem Volksaufstand führten,
- die chinesische Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976 hat sich nicht nur auf das Kernland erstreckt,
- und auch die wirtschaftlichen Freiheiten in Kernchina gelten auch für Tibet.
Wir müssen also differenzieren, ob Unterdrückugnsmaßnahmen in Tibet speziell den Tibetern gelten oder ob sie nicht mit anderen Maßnahmen in China korrespondieren - und tatsächlich gibt es auch in "Kernchina" immer wieder Demonstrationen und massive Auseinandersetzungen von TEilen der Bevölkerung mit der Staatsmacht.
In Tibet kommt noch die kulturelle Eigenständigkeit dazu, die in den seit Jahrtausenden bestehenden Konflikt zwischen einem "(unabhängigen) Tibet und China" eingebunden ist und letztlich zum Unabhängigkeitsstreben der Tibeter beiträgt. Letzteres ist getragen von den buddhistischen Mönchen, die nciht nur intellektueller, gebildeter sind als die armen Landbewohner, sondern unter den Unterdrückungsmaßnahmen eines kommunistischen Regimes besonders leiden müssen.

Warum ich dennoch optimistisch bin?
Chinas Regierung möchte sich im Olympiajahr als weltoffen und friedlich darstellen. Da sind Unruhen das allerletzte, was die Regierung gebrauchen kann.
Und in Asien ist man immer bemüht, "nicht das Gesicht zu verlieren".
Das bedeutet, dass Chinas Regierung bereit sein könnte, ein bestimmtes Maß an Entgegenkommen zu zeigen - allerdings nicht in dem Umfang, dass der Herrschaftsanspruch Bejings und seiner Statthalter beeinträchtigt sein könnte.
Letztendlich müsste sich der Dalai Lama aber auf seine religiöse Rolle beschränken, dann wäre die ngestörte Religionsausübung in Tibet im Rahmen einer Autonomieregelung möglich. Wenn der Dalai Lama dann die chinesische Herrschaft (im Bereich Aussen- und Sicherheitspolitik sowie in den Grundzügen der Innen- und Wirtschafspolitik) akzeptiert, könnte eine Regelung heraus kommen, die "beiden Seiten das Gesicht wahren" lässt.

Ich sag mal platt:
ein tibetischer Bundesstaat nach dem Motto "Bayern in Deutschland" mit einem Dalai Lama, der die Rolle des Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferen in München ausfüllt, könnte für Peking durchaus akzeptabel sein - auch mit kultureller Selbstbestimmung.
Es muss allerdings zu Verhandlungen zwischen den Beteiligten kommen - und entsprechende tastende "Vorfühlaktionen" hat es in der Vergangenheit durchaus gegeben.
Natürlich müssten tibetische Nationalisten in vielen Dingen nachgeben - aber der schleichende Siniesierungsprozess zeigt auch, dass das Olympiajahr eine der letzten Möglichkeiten ist, diesbezüglich noch zum Zuge zu kommen. Deshalb dürften die Unruhen nicht zufällig ausgebrochen sein - um Bewegung in eine Sache zu bringen, die sich sonst immer mehr zu Gunsten Chinas wendet.

Und dieses "nicht zufällig" lässt hoffen - die Aktivisten wissen zweifelsohne am Besten, wann der richtige Zeitpunkt für entsprechende Aktionen gekommen sein könnte.


- hoj - 15.03.2008

Zitat:Die Mönche beklagten sich, so weit bekannt, über die sogenannte "Patriotische Erziehung", die Pflichtteil ihrer Ausbildung ist. Dabei müssen sie sich offensichtlich vom Dalai Lama distanzieren, der von den Tibetern trotz aller Propaganda nach wie vor hoch verehrt wird.

Der Dalai Lama rief heute die chinesische Führung auf, die brutale Gewalt gegen die tibetischen Demonstranten einzustellen. "Diese Proteste machen deutlich, wie tief die Abneigung gegen die jetzige Regierung verwurzelt ist", sagte er und appellierte an die chinesische Führung, auf Dialog zu setzen.

China wiederum warf dem Dalai Lama heute vor, verantwortlich für die Eskalation in Tibet zu sein. Er sei "Mastermind" des Konflikts. Die Regierung der autonomen Region Tibet habe erklärt, dass es genügend Belege dafür gebe, dass die "jüngste Sabotage in Lhasa von der Clique des Dalai Lama organisiert und geplant worden sei", schrieb die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Es sei zu Plünderungen und Gewaltausbrüchen gekommen, die die Bevölkerung in Gefahr gebracht hätten. Der Dalai Lama wies die Vorwürfe der chinesischen Führung zurück...

...Der Dalai Lama hat vor wenigen Jahren seine Forderung nach Unabhängigkeit Tibets aufgegeben, das 1951 von chinesischen Truppen besetzt wurde. Stattdessen verlangt er größere kulturelle Autonomie – nicht nur in den Grenzen der heutigen Autonomen Region Tibets, sondern auch in traditionell tibetischen Regionen der Nachbarprovinzen. Dies wiederum legt ihm die Kommunistische Partei als Versuch aus, die Einheit und Souveränität Chinas zu untergraben.

Die neuen Spannungen zeigen, dass es der chinesischen Regierung in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, die politische Lage auf Dauer zu stabilisieren - trotz großen Drucks auf widerspenstige Geistliche und starken Kontrollen in den Klöstern.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541521,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 21,00.html</a><!-- m -->


- Erich - 15.03.2008

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~ECE5FD61895F843BDA20F87B55182AA2D~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437 ... ezial.html</a><!-- m -->
Zitat:Aufruhr in Tibet
Gespannte Ruhe in Lhasa - 100 Tote bei Unruhen?

15. März 2008 Nach den schweren Ausschreitungen in Lhasa herrscht Angst unter den Bewohner der tibetischen Hauptstadt, die sich in ihren Häusern verbarrikadieren und nicht auf die Straße trauen. „Ich weiß nicht, was ich die nächsten Tage machen soll“, berichtet am Samstag eine verzweifelte chinesische Angestellte eines Reisebüros telefonisch der Deutschen Presse Agentur (dpa) in Peking. „Alle Straßen sind blockiert.“ Viele Soldaten sowie Panzer und gepanzerte Fahrzeuge seien auf den Straßen zu sehen. Die tibetische Exilregierung teilte am Samstag mit, es habe bei den Unruhen rund 100 Tote gegeben.

Die amtlichen chinesischen Medien berichten bisher von lediglich zehn Toten. „Es müssen viel mehr gewesen sein“, berichtete allerdings auch die Augenzeugin der dpa.
...

Die junge Informantin der dpa beklagt, dass die Behörden nichts zum Schutz der Bevölkerung getan hätten und es keine medizinische Versorgung gebe.
...

„Ich habe gesehen, wie viele Tibeter die Chinesen verprügelten“, berichtet die Augenzeugin von den Ausschreitungen am Freitag. Die Wut der Tibeter hatte sich plötzlich entladen, als die Polizei gegen einen Marsch von Mönchen in der Innenstadt vorgegangen war. Es herrschte Gewalt und Chaos. Die Chinesen hätten sich nicht gewehrt, berichtet die Frau. „Es tat mir so leid. Sie haben sich nicht getraut zurückzuschlagen.“ Viele chinesische Geschäfte, darunter auch solche, die Gold und Silber verkauften, seien geplündert und verwüstet worden. Polizeistationen seien in Brand gesetzt worden, insbesondere am Pilgerweg Barkor um den Jokhang-Tempel im Herzen von Lhasa.
...

China hat den Beteiligten an den Unruhen in Tibet eine Frist bis Montagnacht gesetzt, sich zu ergeben. Wenn sie sich bis Mitternacht stellten, könnten sie mit Nachsicht rechnen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag.
....


China beschuldigte das im Exil lebende geistliche Oberhaupt der Tibeter, für die Unruhen verantwortlich zu sein. Ein Sprecher des Dalai Lama wies dies zurück. Die Proteste brachen zum 49. Jahrestag des gescheiterten Aufstandes gegen die chinesische Herrschaft in der Himalaya-Region aus. Die Bevölkerung nahm zudem die im Sommer bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking zum Anlass, ihren Unmut über die Situation in Tibet zu zeigen.

dazu die offiziöse chinesische Meldung
<!-- m --><a class="postlink" href="http://german.china.org.cn/china/2008-03/15/content_12720071.htm">http://german.china.org.cn/china/2008-0 ... 720071.htm</a><!-- m -->
Zitat: Datum: 15. 03. 2008

....
In Lhasa sei es zu einigen wenigen Schlägereien, Sachbeschädigungen, Raubüberfällen und Brandstiftungen gekommen. Die gesellschaftliche Ordnung und die Sicherheit der Bewohner und ihres Eigentum seien bedroht. Es gäbe genügend Beweise, dass eine Gruppe, die mit dem Dalai Lama in Verbindung gebracht wird, die Unruhen geplant und organisiert hat. Diese Tat werde von den Volksmassen aller Nationalitäten in Tibet scharf kritisiert.
....



- hoj - 16.03.2008

Zitat:The demonstrations had started as peaceful marches by Tibet’s revered Buddhist monks. They came out of their monasteries last week to observe the 49th anniversary of the Dalai Lama’s flight into exile.

A predictable and harsh response by the Chinese set off more protests by monks, then ignited popular rage among the ordinary inhabitants of Lhasa.

Their explosion of hatred, when it came, was sudden and shockingly intense. Fire engines were attacked. Any Chinese army vehicles were stoned. Cars were ambushed, victims dragged off bicycles and beaten.

Yet for all China’s claims of a political conspiracy, there was no evidence of organisation on the streets. Only a handful of rioters produced flags or pictures of the Dalai Lama. A few yelled “Long live Tibet!” For most, it was merely a moment of intoxicating, sweet revenge.

Reports from travellers told of a rippling wave of violence across the vast Tibetan heartland. It extended far into the western provinces of China and there was as yet no reckoning of the cost in lives or property of ethnic conflict in remote towns and monasteries.

Tibetan exiles reported that the authorities had lost control of the town of Xiahe, the site of the influential Labrang monastery in Gansu province in the historic area of “greater Tibet”.

According to the reports, protesters attacked shops and government buildings in Xiahe. Police broke up the demonstrations with batons and tear gas. At one stage the demonstrators numbered 20,000 and had in effect taken over the centre of the town, the exile groups claimed.

True or not, reports of such demoralising scenes will intensify political pressure within the Communist party to put an end to them.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/asia/article3559355.ece">http://www.timesonline.co.uk/tol/news/w ... 559355.ece</a><!-- m -->