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Sechster Nahostkrieg - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Hintergründe (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=97) +--- Forum: Krisen, Konflikte und Kriege (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=99) +--- Thema: Sechster Nahostkrieg (/showthread.php?tid=6962) Seiten:
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RE: Nahostkrieg 2023 - alphall31 - 07.12.2023 Eine flutung hat auf jeden Fall einige Veränderungen der Erdoberfläche zur Folge . Ob man das einstürzen von ganzen Gebäuden in Kauf nimmt bezweifle ich . Auch wenn es die effektivste Maßnahme wäre mal alles aus den Löchern zu spülen . RE: Nahostkrieg 2023 - Nightwatch - 09.12.2023 Ich glaube nicht, dass man das seriös einschätzen kann, wir wissen schließlich nicht mal was Konkretes über Ausmaß und Dichte der Tunnelnetzwerke. Wasserstandsmeldungen: Zitat: IDF soldiers are searching Khan Younis house to house. What they are finding is extraordinary. Weapons and military infrastructure in just about every house in the town center. It is a whole different scale from Gaza City, where many houses appeared clean of terror activity.https://twitter.com/academic_la/status/1733208524552093739 Zitat: Defense Minister Gallant: https://twitter.com/IsraelRadar_com/status/1733219741563551796 Zitat:Israel is killing Hamas commanders using AI tools & munitions never used in Mideast before, @ynetalertshttps://twitter.com/IsraelRadar_com/status/1733128585437696147 Zitat:https://twitter.com/academic_la/status/1733200746999660829 Zur Einschätzung der gemeldeten zivilien Opferzahlen ist das hier ganz interessant: https://twitter.com/Aizenberg55/status/1731753062622982386 https://twitter.com/Aizenberg55/status/1733139136154833151 Und ein in meinen Augne sehr schönes Symbol und Zeichen des Sieges - die IDF entzündet die erste Hannukah Kerze im Zentrum von Gaza, der Kommandeur der 401. Panzerbrigade die das Zentrum gestürmt hat richtet eine Ansprache an die Truppen und Nation: https://twitter.com/YosephHaddad/status/1733083661560357116 Zitat: Hier ist [Rufzeichen] - mit Tränen in den Augen und einem kräftig schlagenden Herzen… Dies ist nicht das Ende des Krieges, sondern ein weiterer Punkt auf dem Weg zum Sieg. RE: Nahostkrieg 2023 - Nightwatch - 10.12.2023 Nach Gallant kündigt auch der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats eine Ausweitung der Operationen gegen die Hisbollah an: Zitat:Hanegbi indicates war against Hezbollah likely after defeat of Hamashttps://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/hanegbi-indicates-war-against-hezbollah-likely-after-defeat-of-hamas/ Schon ein paar Tage alt aber ganz interessant. Mit Givati Recon (Reservisten) in Gaza: https://www.youtube.com/watch?v=dgAysaub_AU Ein einstündiges Interview mit einem israelischen Soldaten zurück aus Gaza: https://www.youtube.com/watch?v=DRliGHJBKzI RE: Nahostkrieg 2023 - Schneemann - 10.12.2023 Zitat:Nach Gallant kündigt auch der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats eine Ausweitung der Operationen gegen die Hisbollah an...Es scheint nicht nur die Hisbollah ins Visier zu geraten, sondern man hat offenkundig auch dieses dubiose Treiben im Jemen ins Auge gefasst. Wobei sicherlich die Distanz hier einen direkten Bodeneinsatz ausschließt. Zitat:Israel ready to act against Houthi rebels if international community fails to, national security adviser sayshttps://edition.cnn.com/2023/12/09/middleeast/israel-houthi-yemen-warning-intl-hnk Zu den bisherigen israelischen Verlusten: Zitat:Israeli Army Releases Names of Four Additional Soldiers Killed in Gaza Combathttps://www.haaretz.com/israel-news/2023-12-08/ty-article/israeli-army-releases-names-of-two-more-soldiers-killed-in-gaza-fighting/0000018c-48af-d6bd-a1ad-7bfff2930000 Wobei man dazu sagen muss, dass von diesen 420 getöteten Soldaten "nur" ca. um die 100 bislang in Gaza direkt umkamen. Wenn man sich anschaut, wie weit die Israelis bislang vorankamen und wie unübersichtlich dieses urbane Gebiet ist, wo man bereits seit etwa sechs Wochen kämpft, so ist diese Anzahl an Gefallenen vergleichsweise gering. Schneemann RE: Nahostkrieg 2023 - Nightwatch - 10.12.2023 Zitat: Israel to set deadline for diplomatic solution to push Hezbollah away from Lebanon border, at this point Israeli officials think the chances of a diplomatic solution that will drive hezbollah out of south Lebanon are "low"https://twitter.com/AmichaiStein1/status/1733927929610990006 Riecht stark nach Ausweitung der Operationen im Norden. RE: Nahostkrieg 2023 - Quintus Fabius - 10.12.2023 Würdest du eine solche Ausweitung als einen Fehler ansehen, oder als eine Notwendigkeit? Kann und/oder sollte man diese Ausweitung verzögern oder erst gar nicht anstreben, oder ist sie geboten und der Zeitpunkt günstig ? RE: Nahostkrieg 2023 - Nightwatch - 11.12.2023 Zunächst einmal ist die jetzige Situation untragbar. 80.000 Israelis wurden evakuiert und sitzen seit zwei Monaten in Hotels, die Grenze wird von Reserve- und Territorialeinheiten gehalten, es kommt zu laufenden Gefechten und die Hisbollah ist nach wie vor mit erheblichen Kräften im Grenzgebiet präsent. Unter dem Eindruck des Angriffs der Hamas am 7. Oktober wird man da kaum zu einem Zustand labiler Ruhe zurückkehren können, nachdem sich die Situation in Gaza mittelfristig geklärt haben wird. Die Gefahr, dass die Hisbollah in den nächsten Jahren ähnliche Aktionen durchführen könnte wäre einfach zu hoch und würde von den Communites im Norden auch kaum akzeptiert werden. Um dieser Bedrohung wirksam begegnen zu können müsste Israel wenigstens zwei Divisionen dauerhaft im Grenzgebiet stationieren. Wahrscheinlich sogar mehr. Das sind alleine zum Libanon knapp 100km Grenze, geographisch zum Teil ungünstig verschachtelt, topographisch in Teilen schwierig mit bewaldeten Höhenzügen auf der Gegenseite, zwei, drei Dutzend Ortschaften in unmittelbarer Grenznähe, teilweise sogar direkt bis an die Grenze gebaut, Grenzbefestigen sind verglichen mit Gaza vornehm ausgedrückt eher übersichtlich, vom Golan wollen wir garnicht erst anfangen... das ist ein Spiel das man nicht spielen will und als Verteidiger auch nicht dauerhaft gewinnen wird. Das wäre gegen eine Truppe wie die Hamas schon schwierig, gegen die Hisbollah mit einem ungleich höheren militärischen Potential eine ganz andere Hausnummer. Entsprechend bleiben den Israelis wenige Optionen zwischen, die Situation weiterhin soweit möglich zu ignorieren oder in die Offensive zu gehen. Ich gehen schwer davon aus, dass der Angriff am 7. Oktober in der israelischen Politik und in der israelischen Gesellschaft als Ganzes zu der Erkenntnis geführt hat, dass man sich ein Aussitzen dieses Problems nicht dauerhaft leisten kann und am Ende des Tages nur zu mehr Opfern führt. Freilich ist man jetzt noch sehr in Gaza beschäftigt aber spätestens im Frühjahr wird sich diese Frage neu stellen, erst recht wenn bis dahin im Norden keine Ruhe eingekehrt ist. Wird, bzw. sollte man meiner Einschätzung nach zuschlagen - trotz der skizzierten Lage IMO eher nicht, zumindest nicht sofort in Q1 24. Israel will keinen Mehrfrontenkrieg. So untragbar die Situation im Norden aktuell in der Lage ist, ein vollumfänglicher Krieg gegen die Hisbollah würde noch einmal ganz, ganz anders aussehen. Erst recht nachdem man jetzt mit grob geschätzt knapp zwei Dritteln der hochwertigen Kampfverbänden in Gaza aktiv ist. Der Krieg im Norden wird zwar über kurz oder lang kommen bzw. geführt werden müssen, aber solange die Möglichkeit besteht, den Waffengang dort solange hinauszuzögern bis die Situation in Gaza soweit bereinigt ist, das man den größten Teil der Kräfte von dort abziehen kann wäre es sehr unklug hier unmittelbar etwas vom Zaun zu brechen. Zeitlich dürften wir da aber schon sehr weit in 2024 hineinrutschen (ich denke, dass sich das in Gaza in der nächsten Phase hinziehen wird), was wiederum neue Überlegungen mit sich bringt. Zum einen wird der Druck auf die Israelische Regierung durch die Gesellschaft deutlich zunehmen, wenn auch über das Frühjahr hinweg im Norden keine Ruhe eingekehrt ist, die Gefechte weitergehen, die Reservisten weiter im Feld stehen, weiterhin Soldaten und Zivilisten sterben und die Bevölkerung irgendwo hockt aber nicht zu Hause. Gleichzeitig wird in 2024 der Ruf nach politischen Konsequenzen für das Fiasko laut werden. Netanyahu wird wohl nicht so schnell zurücktreten wollen, inwieweit er seine Regierung zusammenhalten kann ist aber zumindest fraglich. Das könnte seine Entscheidung beeinflussen vor seinem politischen Ende wenigstens noch dieses Problem zu lösen und auch die Konsequenzen dieses Krieges auf sich zu nehmen. Beziehungsweise es könnte dann zu der Entscheidung führen, der Krieg jetzt zu führen, da das Land mittelfristig vor Neuwahlen und einer Phase relativer Politischer Instabilität steht. Man bedenke: Auch die militärische Führung wird nach dem Krieg breitflächig ausgetauscht werden. Auf der anderen Seite wird in 2024 aber definitiv in den USA gewählt. Wir wissen wenig über die Haltung der Biden Administration in der Hisbollah-Frage, aber während es ohne den Wahlkampf schon fraglich wäre, ob man in Washington einer Ausweitung des Krieges auf den Libanon ohne eine größere Provokation der Hisbollah zustimmt - mit Wahlkampf, dem Gegenkandidaten, den jetzigen Umfragewerten und der Haltung der jüngeren demokratischen Wählerschichten in dieser Frage würde ich nicht mit einer Zustimmung Washingtons rechnen wollen. Mit der Zustimmung des Rests der Welt sowieso nicht, aber wen interessiert das an diesem Punkt. Insofern wäre es vielleicht nicht ganz unklug den Waffengang bis nach den Wahlen zu verschieben. Andererseits könnte es auch eine kalte strategische Berechnung sein, dass ein scharfer Krieg gegen die Hisbollah im sagen wird Sommer 2024 die Aussichten auf eine Wiederwahl Bidens doch ganz erheblich schmälern bzw. den Wiedereinzug Trumps ins Weiße Haus sichern würde. Zumindest die Regierungspolitiker rechts von Netanyahu würden das wohl begrüßen, ob Netanyahu dieses Manöver so offen wagt halte ich aber für fraglich. Andere Faktoren die wir von außen kaum einschätzen können. Wie sieht es mit den Munitionsreserven aus? Wenigstens die Bestände an Tamir für Iron Dome dürften unter eine kritische Schwelle gefallen sein. Was ist mit Bomben und Lenkwaffen für Kampfflugzeuge, Artilleriegranaten, Großkalibermunition etc. etc.? In diesem Zusammenhang, der Ukrainekrieg hat nicht nur die Möglichkeiten der Amerikaner im Zweifelsfall auszuhelfen deutlich geschmälert, soweit bekannt gingen auch Teile des WRSA-I (ua 300k Artilleriegranaten) in die Ukraine. Biden hat den Zugriff auf die Reserven zwar weitgehen freigegeben, aber es ist halt fraglich, was da überhaupt noch zu Verfügung steht. Eventuell wäre daher eine operative Pause vor einem Krieg gegen die Hisbollah wenn auch nicht zwingend notwendig doch gesteigert sinnvoll. Optimal wäre es in diesem Zusammenhang vielleicht, die Situation kurzfristig soweit die Lage es eben zulässt zu deeskalieren und zeitlich in enger Abstimmung mit den internationalen Partnern eine eigene Offensive Ende 2024 zu planen. Es wäre sowieso schon längst geboten, dass Israel aus der ewigen Reaktion herauskommt und gegen strategische Bedrohungen proaktiv vorgeht. Das so gewonnene Jahr (oder etwas mehr) könnte man dann nutzen um die eigenen Bestände aufzufrischen und die Kriegsproduktion zu intensivieren. Israelische Rüstungsfirmen (primär Elbit) waren aufgrund des Ukrainekrieges schon vor dem Krieg dabei die Produktion hochzufahren, ginge man hier jetzt all in wäre schon kurzfristig viel möglich. Womöglich bekäme es Rafale sogar gebacken Iron Beam voll einsatzfähig auszurollen. Und politisch weiter gedacht, mit einem bewusst gesetzten Zeitfenster nach den US Wahlen könnte man Biden auch dahingehend entgegenkommen seine Wiederwahl nicht bewusst zu torpedieren. Und wenn er verliert wären die Republikaner und Trump jetzt auch kein Faktor, der einen Krieg dann noch verhindern würde. Allerdings wie schon geschrieben, wäre es wiederrum schwer für Netanyahu seinen Laden so lange zusammenzuhalten. Eine längerfristige Strategie und ein bewusst gesetztes Zeitfenster für einen proaktiven Krieg wäre so wohl nur schwer umzusetzen. Insofern zusammengenommen, ich habe keine eindeutige Präferenz. Zuviel hängt von Faktoren ab die wir nicht seriös einschätzen können. Wenn es die Großlage zulässt würde ich einen späteren Waffengang präferieren, aber es ist sehr fraglich ob man politisch später noch zu dem in der Lage ist was man jetzt tun könnte. Unmittelbar sofort würde ich einen Waffengang aber keinesfalls durchführen wollen, frühestens nachdem man die 36., 162. und 98. Division aus Gaza abziehen kann. RE: Nahostkrieg 2023 - Schneemann - 13.12.2023 Offenbar sind bei einem - wie auch immer gearteten - Angriff aus dem Hinterhalt/Überraschungsangriff neun israelische Soldaten getötet worden: Zitat:Ambush attack kills several Israeli soldiers in Gaza City: IDF [...]https://www.foxnews.com/world/ambush-attack-kills-several-israeli-soldiers-gaza-city-idf Interessant finde ich, unabhängig vom eigentlichen Inhalt des Artikels, das hinterlegte Bild, auf welchem man eine zerstörte Häuserzeile inmitten anderer, weitgehend unversehrter Straßenzüge sieht. Es sieht so aus, als wenn sehr präzise, beinahe mit dem "Skalpell" zugeschlagen und entsprechende Ziele zerstört wurden. Angesichts des engen städtischen Areals nicht selbstverständlich. Noch etwas - Thema Tunnelflutung: Zitat:Pumpen leiten Meerwasser einhttps://www.n-tv.de/politik/Israels-Militaer-erprobt-Flutung-der-Hamas-Tunnel-article24596434.html Schneemann RE: Nahostkrieg 2023 - Nightwatch - 13.12.2023 Das ist halt genau das was ich von Anfang an gesagt habe: Man geht viel zu präzise vor und bezahlt es am Ende mit Soldatenleben. Es ist schlicht ein Fehler zu versuchen ein Viertel wie Shejaia mit Infanterie und bestenfalls Panzerunterstützung freikämpfen zu wollen. Der Stadtbezirk ist eine Hamashochburg mit immenser Infrastruktur und seit Wochen Kriegsgebiet. Wer jetzt noch dort ist ist in weitesten Teilen Hamas oder Sympathisant. Dementsprechend sollte man hier mit größter Feuerkraft wirken und dieses Viertel weitgehend zerstören bevor da irgendwer reingeht. Und dann bitte auch nicht in irgendwelchen Trupps, die dann abgeschnitten und vom Bataillonskommandeur herausgehauen werden müssen (wtf?) sondern bitte unter schweren Panzerschutz mit vollständiger Feuerfreigabe. Ich fürchte das sich hier die Einlassungen der Biden-Administration auswirken und man mittlerweile versucht möglichst schonend vorzugehen. Das Ergebnis ist entsprechend und wenig überraschend. RE: Nahostkrieg 2023 - Quintus Fabius - 13.12.2023 Wobei man betonen sollte, dass das ganz schön Heldenhaft von diesem Bataillonskommandeur war. Ich finde das eher beeindruckend, ungeachtet der Frage ob das nun wirklich sinnvoll war oder nicht. Ansonsten kann ich mich da nur anschließen: solche Stellen muss man zu einer Frei-Feuer Zone erklären, in der schlicht und einfach jeder Vogelfrei ist. Allgemein: Wir hatten ja hier die Diskussion, ob breitflächige Zerstörungen im urbanen Raum das Vorankommen der eigenen Kräfte behindern und den Feind stärken. Nun hat man im Gazastreifen in manchen Vierteln durchaus erhebliche flächige Zerstörungen angerichtet (absolut richtig so!) - aber wie von mir vorher vorhergesagt, hat es die israelischen Truppen nicht behindert und den Feind nicht gestärkt. Ganz im Gegenteil wurde dadurch eher der Verteidiger geschwächt - wie ich es ebenfalls anhand der Erfahrungen der Russen aus Grozny im zweiten Tschetschenienkrieg vorher sagte. Das Zertrümmern städtischer Infrastruktur ist querschnittlich ein Vorteil für den Angreifer - wenn man es sich leisten kann und die Mittel dafür einsetzen kann. RE: Nahostkrieg 2023 - voyageur - 14.12.2023 Gazastreifen: Israel versorgt Bodentruppen aus der Luft mit Hilfe von gelenkten Fallschirmen. Air et Cosmos (französisch) Am 11. Dezember versorgten die israelischen Luft- und Raumstreitkräfte Bodentruppen, indem sie insgesamt 7 Tonnen mit Wasser gefüllte Pakete abwarfen. Alle Pakete gelangten in das kleine Abwurfgebiet, weil zum allerersten Mal im Einsatz ein Schleierleitsystem eingesetzt wurde. Dieses System gewährleistet nicht nur die Genauigkeit der Betankung, sondern verhindert ]auch, dass das Transportflugzeug in geringer Höhe über das Abwurfgebiet fliegen muss. Ein Bedarf an Wasser In der Woche vom 4. Dezember operierte die 98. Division der israelischen Streitkräfte in der Stadt Khan Younes im Süden des Gazastreifens. Diese Stadt ist von strategischer Bedeutung, da sie nach Gaza-Stadt die zweitwichtigste Stadt im Gazastreifen darstellt. Die 98. Division ist daher Teil mehrerer Einheiten, die innerhalb der Stadt eingesetzt werden. Die Versorgung von 100 Soldaten mit Wasser erwies sich jedoch als kompliziert, da der Landweg als zu gefährlich eingestuft wurde. Eine große Premiere Die israelische Luft- und Raumfahrtbehörde (IAF) beschloss daraufhin, nicht weniger als 7 Tonnen Wasser in Paketen über Khan Younes abzuwerfen. Die Operation schien nicht sehr präzise zu sein, da die abgeworfenen Pakete in ungesicherte Gebiete fallen könnten. Doch das Gegenteil war der Fall: Alle abgeworfenen Pakete landeten in einem bestimmten Gebiet. Das israelische Militär benutzte keine Standardfallschirme, sondern ein völlig neues System zur Steuerung unter dem Segel. Sobald die Segel geöffnet sind, wird der Flug der Fracht automatisch gesteuert, um die Segel zu kontrollieren und den Gleitflug auf den (vor dem Abwurf bestimmten) Landepunkt zu lenken. Das folgende Video zeigt das Manöver vom 11. Dezember, einschließlich des Abwurfs aus einem taktischen Transportflugzeug vom Typ C-130J-30 Super Hercules (Shimshon) der 103. Staffel (Elefantenstaffel), des "gemeinsamen" Flugs mehrerer Pakete und ihrer Entgegennahme durch israelische Soldaten. Dies ist nicht nur der erste israelische Luftlandeeinsatz seit dem zweiten Libanonkrieg 2006, sondern auch der erste operative Einsatz dieses "Leitsystems" durch die israelischen Streitkräfte überhaupt, wie in einer kurzen Pressemitteilung erklärt wurde. Technische Informationen über dieses System wurden hingegen nicht bekannt gegeben. [Video: https://youtu.be/muksx98wVTI?si=LKjHE1-Xn9J2Fwd6] JPADS Diese Art von System ist nicht neu: Seit dem 1. September 2006 setzen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten ein ähnliches System auf den Kriegsschauplätzen ein. Das Joint Precision Airdrop System (JPADS) besteht aus einem Gehäuse, das zwischen der Last und dem Gleitschirm angebracht ist. Das System arbeitet mit GPS-Ortung, kann jederzeit und aus großer Höhe eingesetzt werden. Letzteres ermöglicht es, herkömmliche Abwürfe in geringer Höhe, die zwischen 400 und 1.000 Fuß (121,9 und 304,8 Meter) liegt, zu vermeiden und Fracht außerhalb des Aktionsradius und in Höhen von über 25.000 Fuß (7.620 Meter) abwerfen zu können. Hinsichtlich der Reichweite gibt die US-Armee an, dass dieses System seine Fracht bis zu 25 Kilometer weit fliegen kann, wobei die Reichweite jedoch je nach Abwurfhöhe und Flugbedingungen unterschiedlich ausfällt. [Bild: https://fra1.digitaloceanspaces.com/aircosmos/media/abe8db7f119f549fa3e49df3fa9866cb2c8c36c69778c2e71da4af390f3d84c6] Es ist zu beachten, dass nicht alle abgeworfenen Pakete speziell am selben Ort landen müssen, da jedes JPADS für unterschiedliche Gebiete programmiert werden kann. So kann ein Transportflugzeug ein ziemlich großes Gebiet versorgen, und das alles in viel kürzerer Zeit und mit viel mehr Sicherheit als ein Konvoi auf dem Land. Offiziell soll die Genauigkeit des Systems 50 bis 75 Meter betragen. In Bezug auf das Ladegewicht gibt es vier Versionen, mit denen Pakete mit einem Gewicht von 0,907 Tonnen (2.000 lb), 4,5 Tonnen (10.000 lb), 13,6 Tonnen (30.000 lb) oder 27,2 Tonnen (60.000 lb) gelenkt werden können. Vorbereitung für das Training von Fallschirmabwürfen mit dem JPADS-System. USMC RE: Nahostkrieg 2023 - Nightwatch - 14.12.2023 Der persönliche Heldenmut steht freilich außer Frage. Ich weiß nicht inwieweit man allgemeingültige Schlüsse zum Häuserkampf aus dieser Operation ziehen kann, die Kampfkraft der Hamas ist einfach sehr gering und ihre Verteidigung zu erratisch. Zitat:Israel to present Gaza war timeline to US:https://twitter.com/IsraelRadar_com/status/1735208490988147022 Zitat: Israel’s conditions for averting war in Lebanon: Hezbollah must stay 5-7 km away from border, without rebuilding 100 posts bombed by IDF (via @N12News); Israel estimates: Likelihood of deal low (via @ynetalerts). Within a few weeks, focus may shift from Gaza to Lebanon.https://twitter.com/IsraelRadar_com/status/1735050123661488134 RE: Nahostkrieg 2023 - voyageur - 14.12.2023 Südlibanon: Die Schläge werden intensiviert, die Diplomatie auch. L'Orient le jour (französisch) Israel schlägt vor, dass die französische und die US-Armee auf beiden Seiten der Grenze eingesetzt werden und die Hisbollah einige Beobachtungspunkte aufrechterhalten soll. Das Rennen zwischen einer erweiterten politischen Lösung und einer Eskalation ist in vollem Gange. Die internationale Gemeinschaft versucht ... (Paywall) Fast die Hälfte der israelischen Bomben, die über Gaza abgeworfen werden, sind laut US-Geheimdienst ungelenkt. L'Orient le jour (französisch) Laut einem Exklusivbericht von CNN erhöht diese sogenannte "stumme" Munition das Risiko für Zivilisten. OLJ / am 14. Dezember 2023 um 10:56 Uhr Fast die Hälfte der israelischen Bomben, die über Gaza abgeworfen wurden, sind laut US-Geheimdienst ungelenkt. [Bild: https://s.lorientlejour.com/storage/attachments/1361/2023-12-14T073137Z_552952803_RC2UW4AYCV8H_RTRMADP_5_ISRAEL-PALESTINIANS-1702539134_826001.jpg/r/800/2023-12-14T073137Z_552952803_RC2UW4AYCV8H_RTRMADP_5_ISRAEL-PALESTINIANS-1702539134_826001.jpg] Eine Frau steht in den Trümmern eines Hauses, das von israelischen Luftangriffen getroffen wurde, am 14. Dezember in Khan Younes im Gazastreifen. Foto REUTERS/Ibraheem Abu Mustafa. Fast die Hälfte der Luft-Boden-Munition, die Israel seit dem 7. Oktober in Gaza in seinem Krieg gegen die Hamas eingesetzt hat, ist ungelenkt. Dies geht aus einer neuen Einschätzung der US-Geheimdienste hervor, wie CNN in einem Exklusivbericht berichtet. Ungelenkte Munition, sogenannte "Stumm-Bomben", sind in der Regel weniger präzise und können eine größere Bedrohung für Zivilisten darstellen, insbesondere in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Gaza, so der amerikanische Fernsehsender. "Die Häufigkeit, mit der Israel ungelenkte Bomben einsetzt, kann dazu beitragen, dass die Zahl der getöteten Zivilisten steigt", schreibt CNN. RE: Nahostkrieg 2023 - lime - 14.12.2023 Zitat:Die wendigen Roboter-Hunde von Ghost Robotics können nicht nur klettern, durch tiefe Pfützen laufen und schwimmen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, sie zu bewaffnen. Auch die israelische Armee besitzt jetzt drei Exemplare des US-amerikanischen Herstellers. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Israel-kauft-Roboter-Hunde-fuer-Kaempfe-in-Gaza-article24600969.html RE: Nahostkrieg 2023 - Schneemann - 15.12.2023 Schon bitter, sehr bitter. Aber so etwas kann leider eben auch passieren. Bevor man nun Vorverurteilungen vornimmt: Vor rund zwei Monaten gingen wir fast alle - auch ich - faktisch von aus, dass alle rund 200 Geiseln quasi tot sind und keine Option auf Rettung besteht. Diese Annahme hat sich nicht erfüllt - zum Glück. Und es ist meiner Meinung - auch wenn der Hintergrund zweifelsohne tragisch ist - ein Bsp., wie offen die Israelis mit Fehler umgehen und diese auch öffentlich benennen. Ich sehe das als sehr wichtig an, gerade auch im Kontext der Lügengeschichten der Gegenseite. Zitat:Israelische Armee tötet aus Versehen drei Geiseln der Hamashttps://www.spiegel.de/ausland/israel-gaza-krieg-armee-toetet-aus-versehen-drei-von-hamas-festgehaltene-geiseln-a-b7f448b0-1233-4073-8ada-c73e5b9f599e Schneemann |