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Sechster Nahostkrieg - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Hintergründe (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=97) +--- Forum: Krisen, Konflikte und Kriege (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=99) +--- Thema: Sechster Nahostkrieg (/showthread.php?tid=6962) Seiten:
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RE: Sechster Nahostkrieg - Nightwatch - 22.10.2024 Zitat: IDF Northern Command is very close to completing its first mission inside Lebanon - operational control of the first line of villages near the border.https://x.com/JewishWarrior13/status/1848775229906031008 Die Hezbollah ist im Südlibanon nicht zu einer effektiven Gegenwehr fähig. Nach mittlerweile wochenlangen Operationen israelischer Großverbänd in den Grenzgebieten muss man konstatieren, dass die Hezbollah im Feld noch eine schlechtere Fiigur abgibt als die Hamas. Ich hätte ihre Moral und Kampfkraft deutlich höher eingeschätzt. Einer der Gründe warum die israelische Arme im Südlibanon vor keinen größeren operativen Problem steht könnte sein, dass sich die Hezbollah für diesen Konflikt falsch vorbereitet und viel zu symmetrisch aufgestellt hat. Sie wurde insofern ein Opfer ihrers Wachstums und Expansion nach dem zweiten Libanonkrieg. Ein Artikel der diese These noch etwas untermauert: Hezbollah’s Military Buildup Backfires in War vs Israel https://israelradar.com/hezbollahs-military-buildup-backfires-in-war-vs-israel/ RE: Sechster Nahostkrieg - Quintus Fabius - 22.10.2024 Ich stänker mal an dieser Stelle ein klein wenig von der Seitenlinie: die Hisbollah hat sich meiner Meinung nach sehr stark und zu einseitig auf die Abwehr / Bekämpfung von Kampfpanzern und Panzer-Verbänden ausgerichtet. Und steht nun israelischen Fallschirmjägern gegenüber, die durch Gelände daher kommen und auf Wegen, auf denen kein Panzer kommen kann und die daher von der Hisbollah so gar nicht als Kampfraum vorgesehen waren. Es gibt einige Indizien dafür, dass die Hisbollah vom Einsatz leichter israelischer Infanterie überrascht war un diesem praktisch nichts entgegen setzen konnte, weil sie dafür überhaupt kein Konzept hatte. Wird natürlich so nicht ganz stimmen, aber ich konnte es mir halt trotzdem nicht verkneifen ![]() RE: Sechster Nahostkrieg - KheibarShekan - 23.10.2024 Die Raketen fliegen weiterhin in den Norden bis nach Tel Aviv. Da hat sich insofern nichts für Israel positiv geändert. Auch hat man durchaus schmerzhafte Verluste am Boden im Süden des Libanon erlitten und ist scheinbar auch nirgendwo bislang großartig vorgedrungen. Und die IDF kann sich in dem Gaza-Straflager immer noch nicht frei bewegen. Bombardiert wird von Israel im Libanon seit Tagen vor allem zivile Infrastruktur, um die schiitische Bevölkerung systematisch zu Binnenflüchtlingen zu machen, es wurden Banken und Krankenhäuser bombardiert und Flüchtlingslager für Schiiten in Christlichen Gebieten. Damit werden die Flüchtlinge dort zur Last. Derzeit sind wohl ca. 1/2 Mio. Libanesen vertrieben. Den Nprden des Gaza hungert man gerade systematisch aus, während man die letzten Krankenhäuser dort in Brand setzt. Es hängt also sehr davon ab, wie man Erfolge definiert. Die Hisbollah kämpft derzeit weiter. Die Hamas auch. Aber mit Maßstäben der 1940er Jahre betrachtet ist das rein technisch gesehen natürlich alles sehr erfolgreich. Zitat:UN agency says Israel still preventing aid from reaching northern Gazahttps://www.msn.com/en-us/news/world/un-agency-says-israel-still-preventing-aid-from-reaching-northern-gaza/ar-AA1sEepg RE: Sechster Nahostkrieg - Schneemann - 23.10.2024 Zitat:Aber mit Maßstäben der 1940er Jahre betrachtet ist das rein technisch gesehen natürlich alles sehr erfolgreich.Ich stänkere nun auch mal von der Seitenlinie: Wenn man nach den Maßstäben der 1940er Jahre vorgegangen wäre oder vorgehen würde, wäre in Gaza seit Dezember 2023 (Grabes-)Ruhe und ich würde vermutlich Kongo Erich zustimmen (müssen) - ich hoffe, er verzeiht es mir ( ![]() Aber ja, ich weiß, wenn es gegen Israel geht, sind solche Vergleiche immer sehr beliebt. Leider. Schneemann RE: Sechster Nahostkrieg - Nightwatch - 23.10.2024 (22.10.2024, 21:41)Quintus Fabius schrieb: Es gibt einige Indizien dafür, dass die Hisbollah vom Einsatz leichter israelischer Infanterie überrascht war un diesem praktisch nichts entgegen setzen konnte, weil sie dafür überhaupt kein Konzept hatte. Wird natürlich so nicht ganz stimmen, aber ich konnte es mir halt trotzdem nicht verkneifenhaha Wobei ich dem entgegenhalten würde, dass die israelische Operation nach meinen Eindruck mittlerweile von deutlich schwereren Verbänden getragen wird und sich deutlich robuster gestaltet als als die viel infanteristischer gestalteten Einsätze in der ersten Woche. RE: Sechster Nahostkrieg - Schwabo Elite - 23.10.2024 (23.10.2024, 01:04)KheibarShekan schrieb: Die Raketen fliegen weiterhin in den Norden bis nach Tel Aviv. Da hat sich insofern nichts für Israel positiv geändert. Auch hat man durchaus schmerzhafte Verluste am Boden im Süden des Libanon erlitten und ist scheinbar auch nirgendwo bislang großartig vorgedrungen. Und die IDF kann sich in dem Gaza-Straflager immer noch nicht frei bewegen. Bombardiert wird von Israel im Libanon seit Tagen vor allem zivile Infrastruktur, um die schiitische Bevölkerung systematisch zu Binnenflüchtlingen zu machen, es wurden Banken und Krankenhäuser bombardiert und Flüchtlingslager für Schiiten in Christlichen Gebieten. Damit werden die Flüchtlinge dort zur Last. Derzeit sind wohl ca. 1/2 Mio. Libanesen vertrieben. Den Nprden des Gaza hungert man gerade systematisch aus, während man die letzten Krankenhäuser dort in Brand setzt. Es hängt also sehr davon ab, wie man Erfolge definiert. Die Hisbollah kämpft derzeit weiter. Die Hamas auch. Aber mit Maßstäben der 1940er Jahre betrachtet ist das rein technisch gesehen natürlich alles sehr erfolgreich. Das Beste an solchen Postings ist der chronisch beleidigte Unterton. "Wir" schiessen Raketen auf Israel. Und diese Faschisten wehren sich dann auch noch! Sie "hungern aus", ""vertreiben", "zerstören zivile Infrastruktur". Vermutlich vergiften die Juden auch die libanesischen Brunnen. ![]() (23.10.2024, 05:54)Schneemann schrieb: ... wonach wir genozidale Zustände dort hätten... Wir haben doch eindeutig einen Genozid in Palästina. Einen Genozid, bei der sich die Bevölkerung von 500.000 (1949) auf 5 Mio. (heute) verzehnfacht hat. /so RE: Sechster Nahostkrieg - Kongo Erich - 23.10.2024 (23.10.2024, 01:04)KheibarShekan schrieb: ---. Den Norden des Gaza hungert man gerade systematisch aus, während man die letzten Krankenhäuser dort in Brand setzt. Es hängt also sehr davon ab, wie man Erfolge definiert. Die Hisbollah kämpft derzeit weiter. Die Hamas auch. ... (23.10.2024, 11:12)Schwabo Elite schrieb: Das Beste an solchen Postings ist der chronisch beleidigte Unterton.dazu UN schildern katastrophale Lage im Gazastreifen Zitat:Stand: 21.10.2024 21:52 Uhr Zitat:Trotz Forderungen der USAund weil die hiesigen Medien ja parteiisch sind hier der Link zu UN-Präsenz (23.10.2024, 05:54)Schneemann schrieb: Ich stänkere nun auch mal von der Seitenlinie: Wenn man nach den Maßstäben der 1940er Jahre vorgegangen wäre oder vorgehen würde, wäre in Gaza seit Dezember 2023 (Grabes-)Ruhe und ich würde vermutlich Kongo Erich zustimmen (müssen) - ich hoffe, er verzeiht es mir (schon ok, eine sachliche Meinungsverschiedenheit gehört dazu und belebt die Diskussion und was den Hintergrund WEretz Israel" und die Siedlerbewegung betrifft Nach dem Krieg wollen sie wieder jüdische Siedlungen in Gaza errichten: zu Besuch bei Israels radikalen Siedlern (23.10.2024, 11:12)Schwabo Elite schrieb: ... diese Faschisten wehren sich dann auch noch!da ist mir gerade noch der Bericht der NZZ über den Weg gelaufen: Zitat:Keine Zivilisten, keine Nahrungsmittel, keine Gnade: ... RE: Sechster Nahostkrieg - Kongo Erich - 23.10.2024 (23.10.2024, 11:53)Kongo Erich schrieb: ...dazu nun auch im SPIEGEL: Zitat:Lange träumten israelische Siedler von einer Rückkehr in den Gazastreifen. Inzwischen diskutieren sie ihre Pläne offen – geschützt von der Armee, hofiert von der Politik. Zu einem Festival an der Grenze zu Gaza erschienen sogar mehrere Minister.ich bring nur die Einleitung, weil der Rest - wohl aus urheberrechtlichen Gründen - hinter einer Paywall steckt. Aber dieses Eingangstext sagt inhaltlich bereits alles aus RE: Sechster Nahostkrieg - voyageur - 23.10.2024 Warum hat Israel dem Qard el-Hassan den Krieg erklärt? Zitat:Al-Qard al-Hassan ist eine Art Bankservice, den die Hisbollah im Libanon anbietet. Die meisten Libanesen, vor allem Schiiten, zahlen dort ihr tägliches Geld ein oder leihen sich kleine Summen: bis zu 5.000 Dollar für Hochzeiten oder Einsatzkräfte (Und hinterlegen ein Pfand zB Schmuck) . Und das alles nach islamischen Grundsätzen: keine Zinsen und keine anderen Gebühren als Verwaltungskosten. Es soll aber auch gleichzeitig der finanzielle Arm der Hezbollah sein, alle Geldflüsse sollen über diese "Bank" abgewickelt sein>. Die Libanesen haben aus guten Gründen kein Vertrauen in die traditionellen Banken; Sie lieben Bargeld und der König sit der Dollar. Falls es stimmt das Tsahal nicht nur die Büros von Quard el-Hassan zerstört hat, sondern auch die Buchhaltung, die Bargeldreserven, und die Lager der für die Kredite überlassenen Pfände, dann hat der Hezbollah ein echtes Problem. Er behauptet das Gegenteil, aber ausnahms weise werden wir diesmal im "Nebel des Krieges" ein Teil der Wahrheit sehen. Es wäre ein schwerer Schlag für die libanesische Wirtschaft. Mehr zu lesen hier RE: Sechster Nahostkrieg - Kongo Erich - 23.10.2024 Das Thema "Eretz Israel" haben wir im Kontext mit dem Gaza-Streifen schon mehrfach angesprochen, beispielhaft hier: (16.10.2024, 16:28)voyageur schrieb: Likud organisiert Veranstaltung, die zur Besiedlung von Gaza aufruft.und hier (16.10.2024, 20:34)Quintus Fabius schrieb: Gibt übrigens schon seit vielen Monaten einen wachsenden Wiki Eintrag zu dieser Thematik:Ich frage mich, ob mit den Zerstörungen im Libanon nicht auch der Boden für solche Aktivitäten dort bereitet wird: (17.10.2024, 15:38)voyageur schrieb: Die israelische Armee sprengt ein Dorf im Südlibanon.(Anm.: das ist die Ecke, wo israelische Panzer in den bekannten UN-Posten gewalzt sind) Die Meldungen über Flucht und Vertreibung sind jedenfalls unübersehbar: Zitat:Libanon: Flüchtlingswelle und humanitäre Krise nach neuen Konflikten Zitat:1,2 Millionen Menschen auf der Flucht RE: Sechster Nahostkrieg - Broensen - 23.10.2024 (23.10.2024, 19:44)Kongo Erich schrieb: Die Meldungen über Flucht und Vertreibung sind jedenfalls unübersehbarZwei katholische Quellen? Die haben genau ein Interesse und das ist deckungsgleich mit dem der christlichen Gemeinschaft im Libanon, die unter den Fluchtbewegungen aus dem Süden des Landes leiden. Insofern sind die zwar mehr oder weniger neutral gegenüber den beiden Akteuren, aber natürlich gegen alles, was diese Fluchtbewegung verstärkt, ganz unabhängig von Schuld oder Notwendigkeit. Als Quellen mMn dementsprechend unbrauchbar. Aber zum Thema an sich: Vertreibung. Wo ist der Unterschied zwischen Vertreibung und Evakuierung? Und wäre es besser, die Zivilisten würden nicht "vertrieben", würden also in der Kampfzone verbleiben? Dass Zivilbevölkerung im Krieg flieht, ist das Normalste überhaupt. Natürlich ist das eine humanitäre Katastrophe, das ist unbestritten. Wie jeder Krieg. Aber es gibt insbesondere für den Libanon bisher keine Anzeichen dafür, dass dort eine "echte" Vertreibung stattfindet, die auf Dauerhaftigkeit ausgerichtet ist. Was wir sehen, ist Flucht und ist Evakuierung und ist natürlich auch Zerstörung von Infrastruktur. Der Begriff "Vertreibung" suggeriert aber auch hier wieder eine böswillige, genozidale Motivation, für die es keine Belege gibt. (Nein, "Teile der Regierung wollen das" reicht dafür nicht aus.) RE: Sechster Nahostkrieg - lime - 23.10.2024 (23.10.2024, 21:33)Broensen schrieb: Aber zum Thema an sich: Vertreibung. Wo ist der Unterschied zwischen Vertreibung und Evakuierung? Der Unterschied dürfte sein dass Evakuierte später zurückkehren dürfen. RE: Sechster Nahostkrieg - Wodan - 24.10.2024 Wohl eher nicht. Oder können die Leute, die aus der 20-Km-Zone um Fukushima Daiichi oder dem engeren Gebiet um Tschernobyl in diese Gebiete zurückkehren? Oder Ende des WKII, Deutsche aus den "Ostgebieten", auch wenn man es Rückführung nannte, eine Evakuierung. Technisch gesehen, irendwann bestimmt. Auch wenn der Begriff der Evakuierung dies zwar suggeriert, bedeutet er nicht das zwangsläufig eine kurz- oder mittelfristige Rückkehr möglich ist. RE: Sechster Nahostkrieg - lime - 24.10.2024 (24.10.2024, 10:06)Wodan schrieb: Wohl eher nicht. Der Vergleich hinkt! Außerdem... https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-09/japan-fukushima-evakuierung-rueckkehr#:~:text=Die%20rund%207.400%20ursprünglichen%20Einwohner,worden%2C%20teilte%20die%20Stadt%20mit. RE: Sechster Nahostkrieg - Kongo Erich - 24.10.2024 (23.10.2024, 21:33)Broensen schrieb: ....für solche philologische Definitionen werden in der Regel auch "Lexika" - sogar das viel geschmähte Wikipedia - verwendet. Ich zitiere daraus: Zitat:Als Evakuierung wird das Räumen von Gebieten bezeichnet. Meist findet sich der Begriff im Zusammenhang mit Gefahrenstellen wie Katastrophengebieten, zum Beispiel Überschwemmungen, Bränden oder Bombenalarmen. Handelt es sich um ein Gebäude, findet sich auch der Begriff Entfluchtung.[1] Die Zeit einer Evakuierung wird als Evakuierungsdauer bezeichnet. Die Begriffe Räumung und Evakuierung werden dabei häufig synonym gebraucht. Manche Institutionen, wie beispielsweise das frühere Bundesamt für Zivilschutz, verstehen unter einer „Evakuierung“ einen geplanten Vorgang und verwenden den Begriff „Räumung“ für das ungeplante Räumen von Gebieten.[/quote) undso gesehen war der Exodus von bis zu 650.000 Palästinensern in Folge des Palästinakrieges (1958/49) eine Vertreibung, denn diese Personen konnten nie zurück kehren.Zitat:Der Begriff der Vertreibung ist weder juristisch noch historisch klar und unmissverständlich definiert. Er war lange Zeit ein politischer Kampfbegriff und ist immer noch ein Terminus der politischen Sprache. Philipp Ther plädiert für folgende Definition: [quote]... Die Frage ist dann, wie lange eine "Evakuierung" andauern muss, um zu einer "Vertreibung" zu werden. Nun werden unbestimmte Rechtsbegriffe idR durch Juristen definiert. Und daher ist es auch von Interesse, was die Gerichte sagen. Ich zitiere wieder: Zitat: ...Vertreibungen sind völkerrechtswidrig. Sie wurden bereits im Naturrecht des 18. Jahrhunderts geächtet. Sie verstoßen unter anderem gegen die Haager Landkriegsordnung von 1907, gegen das Verbot von Kollektivausweisungen, gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker und gegen das Eigentumsrecht. Vertreibungen sind oft mit Enteignungen verbunden. Doch selbst eine Vertreibung ohne Enteignung würde das Eigentumsrecht der Vertriebenen verletzen, weil dieses Recht das Recht der Nutzung einschließt. Ein Vertriebener kann aber seine Immobilien nicht mehr nutzen.da ist jetzt von der Möglichkeit zur Rückkehr nicht mehr die Rede. Greifbar ist etwas anderes - einmal die Anwendung von Gewalt und zum Anderen die "faktische Enteignung" durch die nicht mehr vorhandene Möglichkeit, die eigenen Immobilie weiter zu nutzen. Nach dieser Definition sind dann auch die Aktivitäten zionistischer Siedler im Westjordanland als "Vertreibung" der ansässigen Palästinenser zu bezeichnen. Ich trete daher für eine etwas andere Definition ein: Eine Evakuierung wird überwiegend von den Zivilbehörden des eigenen Landes gegenüber den eigenen Bürgern vorgenommen und ist mehr oder wenige geordnet und die Teilnahme zumeist freiwillig. Eine Vertreibung erfolgt dagegen überwiegend von bewaffneten (auch paramilitärischen) Kräften eines fremden Landes gegenüber fremden Bürgern, ist meist überstürzt und ungeordnet und erfolgt nicht freiwillig. |