Moin,
ich habe in die Richtung bisher nichts gefunden und denke auch, dass es nicht wirklich ins Wunschkonzert passt.
Gibt es bisher irgendwelche verlautbarungen wie die zukünftige Struktur der BW aussehen soll, wenn der Wehretat auf über ca. 120 mrd Euro angehoben wird?
Bisher habe ich nur entweder hier im Forum doch sehr bescheidende Wünsche gesehen oder halt ahnungsloses a la Söder.
Aber ist bereits etwas belastbares bekannt wieviele zusätzliche Heeresdivisionen / Flugzeuge / Schiffe / Satelliten / neue Fähigkeite etc. es geben wird bzw. es geben müsste um die Bundeswehr wieder in die Lage zu versetzen glaubhaft Ihrem Auftrag nachzukommen?
Bisher hört man ja nur von monetären Überlegungen, anstatt einen formulierten Bedarf anzugeben und diesen dann mit den benötigten Mitteln zu unterfüttern. Nach der Interviewaussage von Merz ja "whatever it takes".
Danke und Gruß
Nun, ich würde mal sagen, die bisher geplanten "Zielbilder" für Heer und Marine sind schon ein guter Anhaltspunkt. Dafür wird man eben 2-3% BIP brauchen, um das alles in die Realität umzusetzen, insbesondere wenn man noch an sowas wie Umlaufreserven, Infrastruktur und Ausstattung der Reserve denkt.
Im Prinzip schafft man sich jetzt gerade nur die Rechtsgrundlage, um die bisherigen Planungen auch tatsächlich im Haushalt abbilden zu können.
Und ob man wirklich die 120 Mrd erreichen wird bleibt abzuwarten.
(08.03.2025, 15:26)Klopfkopf schrieb: [ -> ]Moin,
ich habe in die Richtung bisher nichts gefunden und denke auch, dass es nicht wirklich ins Wunschkonzert passt.
Gibt es bisher irgendwelche verlautbarungen wie die zukünftige Struktur der BW aussehen soll, wenn der Wehretat auf über ca. 120 mrd Euro angehoben wird?
Bisher habe ich nur entweder hier im Forum doch sehr bescheidende Wünsche gesehen oder halt ahnungsloses a la Söder.
Aber ist bereits etwas belastbares bekannt wieviele zusätzliche Heeresdivisionen / Flugzeuge / Schiffe / Satelliten / neue Fähigkeite etc. es geben wird bzw. es geben müsste um die Bundeswehr wieder in die Lage zu versetzen glaubhaft Ihrem Auftrag nachzukommen?
Bisher hört man ja nur von monetären Überlegungen, anstatt einen formulierten Bedarf anzugeben und diesen dann mit den benötigten Mitteln zu unterfüttern. Nach der Interviewaussage von Merz ja "whatever it takes".
Danke und Gruß
Wie immer das gleiche Problem! Es gibt in D einfach kein sicherheitspolitisches Gesamtkonzept bzw. keinen Parteiübergreifenden Sicherheitsrat o.ä. Nur diesen komischen Verteidigungsausschuss mit mehr oder weniger qualifiziertem Personal und ohne Entscheidungsbefugnis. So gibt es ein paar Zahlen da, ein paar Sprechblasen hier.... usw. Der GI spricht von 100000 zusätzlichen Soldaten.
https://www.focus.de/politik/deutschland...56733.html
(08.03.2025, 16:55)alphall31 schrieb: [ -> ]Und ob man wirklich die 120 Mrd erreichen wird bleibt abzuwarten.
Ich denke mal die SPD wird tun was sie kann um das zu verhindern. Das wird niemals das jährliche Mittel. Falls doch haben sie die Situation vll sogar verstanden in der die Bundeswehr steckt.
(08.03.2025, 23:51)Ottone schrieb: [ -> ]Erst der NATO Gipfel im Sommer 2025 wird die neuen geforderten Zahlen festlegen. Mit dem wilden Kurs der USA ist der Ausgang nicht vorherzusagen. Bis dahin gilt das New Force Model: https://www.bmvg.de/de/aktuelles/nato-fo...rt-5465714
Dazu hätte ich eine Frage.
Wie ist der Mechanismus bei einen NATO Gipfel?
Wird da ein Gesamtrahmen aller Fähigkeiten der NATO festgelegt, mit Zeitplan und wer sie stellen muss?
z.B. 20 neue Panzerbrigaden oder Luftabwehrfregatten bis 2029 und Deutschland stellt 3
Oder muss man zugeteilte Räume beherrschen oder Aufgaben erfüllen?
Scheinbar sind die Vorgaben unverbindlich, das sie Deutschland nie erfüllt hat.
Auch die USA erfüllen die derzeitigen Forderungen nicht. Welche auch fern jeder Realität sind . Die NATO ist im laufe der Jahre in den gleichen dysfunktionalen Strukturen versunken wie die Bundeswehr. Sie verschluckt personalressorcen der Mitgliedsländer ohne irgend einen Nutzen zu generieren .
(09.03.2025, 18:42)Frank353 schrieb: [ -> ]Dazu hätte ich eine Frage.
Wie ist der Mechanismus bei einen NATO Gipfel?
Wird da ein Gesamtrahmen aller Fähigkeiten der NATO festgelegt, mit Zeitplan und wer sie stellen muss?
Bei den Gipfeltreffen diskutieren die Regierungschefs des Bündnisses die politischen und militärischen Vorschläge, die ihnen vom Nordatlantikrat und dem Militärausschuss präsentiert werden. Wobei diese Präsentation auf den Zielsetzungen früherer Gipfel und den Vorverhandlungen auf der Arbeitsebene beruhen, denn Rat (Botschafter) und Ausschuss (Stabschefs) handeln natürlich auf Instruktion ihrer Regierungen.
Die Fachminister-Gipfel finden dann meist zur Klärung von Streitigkeiten statt. Das heißt, die Regierungschefs kriegen nicht etwas vorgelegt, das sie noch nie gehört haben. Es sei denn, es kommt ein kleiner De Gaulle oder Trump daher und wirft das Spielbrett um.
(09.03.2025, 18:42)Frank353 schrieb: [ -> ]z.B. 20 neue Panzerbrigaden oder Luftabwehrfregatten bis 2029 und Deutschland stellt 3 Oder muss man zugeteilte Räume beherrschen oder Aufgaben erfüllen?
Das NATO-Hauptquartier arbeitet auf der Grundlage des "Was" der Regierungschefs und des "Womit" der Stabschefs und Fachminister ein "Wie" aus, das tatsächlich einen Kräfteansatz X und konkrete Aufgabenbereiche umfasst.
Die Details sind Verschlusssache, der grobe Rahmen ist bekannt, z.B. aus deutscher Sicht Raumverantwortung für Litauen und die Ostsee. Ebenso ist bekannt, dass wir tatsächlich mehr Brigaden stellen sollen. Aber, Obacht: Das hat sich die NATO nicht einseitig ausgedacht (in Berlin wird das immer so dargestellt, um wahlweise höhere Verteidigungsausgaben zu rechtfertigen oder abzulehnen), sondern sie reagiert damit darauf, dass deutsche Offizielle die Bereitschaft erklärt haben, soundsoviel mehr zu tun.
(09.03.2025, 18:42)Frank353 schrieb: [ -> ]Scheinbar sind die Vorgaben unverbindlich, das sie Deutschland nie erfüllt hat.
Unverbindlich sind die Vorgaben durchaus nicht, und auf dem Papier werden sie durch allerlei Tricksereien meist auch erfüllt. Aber nicht vergessen, wir reden hier von freiwilligen Leistungen. Das ist wie beim Organisieren eines Barbecues. Ich bringe die Steaks mit, du das Bier, Quintus den Nudelsalat, Broensen die Pappteller … Was willst du machen, wenn Quintus den Nudelsalat vergisst? Oder Bohnensalat mitbringt, weil der ihm lieber ist? Den Aufstand proben?
Zitat: werden sie durch allerlei Tricksereien meist auch erfüllt
Das ist ja in Wahrheit das Hauptproblem schlechthin: dass man nur so tut als ob. Beispiel: Deutschland sichert Kampfhubschrauber zu, stellt H145M auf und erklärt, damit seine Verpflichtung für Kampfhubschrauber ja zu erfüllen..... Man behauptet man stelle so und so viele Brigaden, aber das sind alles Potemkinische Formationen. Man behauptet man gebe so und so viel für Rüstung aus, rechnet aber alles mögliche da mit rein was keinerlei Kampfkraft erzeugt.
Das ist im weiteren nicht spezifisch deutsch, fast alle NATO Länder machen genau das gleiche, immer darauf bedacht, dass der andere hoffentlich (im Verhältnis) mehr leistet als man selbst damit man davon profitieren kann.
Mit der Bündnissolidarität ist es gerade in der NATO oft nicht weit her.
(12.03.2025, 20:42)Quintus Fabius schrieb: [ -> ]Das ist ja in Wahrheit das Hauptproblem schlechthin: dass man nur so tut als ob. Beispiel: Deutschland sichert Kampfhubschrauber zu, stellt H145M auf und erklärt, damit seine Verpflichtung für Kampfhubschrauber ja zu erfüllen..... Man behauptet man stelle so und so viele Brigaden, aber das sind alles Potemkinische Formationen. Man behauptet man gebe so und so viel für Rüstung aus, rechnet aber alles mögliche da mit rein was keinerlei Kampfkraft erzeugt.
Das ist im weiteren nicht spezifisch deutsch, fast alle NATO Länder machen genau das gleiche, immer darauf bedacht, dass der andere hoffentlich (im Verhältnis) mehr leistet als man selbst damit man davon profitieren kann.
Mit der Bündnissolidarität ist es gerade in der NATO oft nicht weit her.
Deswegen kann ich Trumps "Begeisterung" an diesem Punkt auch ganz leicht nachvollziehen um ehrlich zu sein. Die Europäer sollen ruhig mal richtige Angst spüren um mal von diesem Film runterzukommen alles mögliche zu machen um die Zahlen hinzuschönen.
Wenn man davon ausgeht, dass die USA mittelfristig abziehen, dann fehlen in Europa:
Truppen 100.000 (Reserve Übersee: 200.000)
KPz 1.600
Kampfflugzeuge 500
Kriegsschiffe 22
U Boote 8
Über die Zahlen kann man streiten, nur dass wir Mal einen Ansatz haben.
Dann hieße das für Deutschland zusätzlich:
Truppen +20.000 (40.000), also 1-2 Divisionen
KPz +320-400, sagen wir 320 Leo
Flug +100-125, sagen wir 40 EF und 35 F 35
Schiffe +4-5, sagen wir 3 Fregatten
U +2-3, 3 U 212CD
Dazu:
Satelliten: Fotooptisch, Kommunikation, Navi
AWACS, Tanker
Landungsschiffe und Boote
Deep Strike Fähigkeiten > 3.000 km (Dark Eagle)
Aktuelle maximalproduktion vermutlich 50 Leoopard 2 pro Jahr - demzufolge 6 bis 7 Jahre im günstigsten Fall.
Die Automobilindustrie wird demnächst jede Menge Werke frei haben.
Theoretisch kannst Du dann in 3 Jahren wo sonst 100.000de PKW und LKW gebaut wurden
sicherlich problemlos 600 Panzer pro Jahr produzieren... Da sehe ich keine Probleme, weder Kapazität noch Fach Kräfte (die sonst arbeitslos wären)
Außer die SPD stellt sich gegen ihre eigenen Landes MP und Gewerkschaften und betreibt damit aktiven Job Verlust und aktive Wehrkraftzersetzung....wer weiß...
Besetzen muss man diese Panzer aber auch!
Da liegt eher das Problem ohne eine Art von Wehrpflicht.
Das Problem bei der Herstellung eines modernen Kampfpanzers sind beispielsweise die Rohre, die Elektronik, die Sensoren usw. Da geht es nicht um einfachere Bauteile welche man in vormaligen Pkw Fabriken einfach so herstellen könnte.
Natürlich könnte und vor allem sollte man die Produktion massiv steigern, aber das dauert, bis man das ganze System gegen die ihm eigene Trägheit in Bewegung gesetzt hat.