Heiliger Hai:
Die Slowakei sollte bereits 25 Mio pro Stück zahlen. Die Bundeswehr zahlt für 18 dieser Panzer im weiteren 525,6 Mio Euro. Das sind dann 29,2 Mio pro Panzer. Und wenn man jetzt noch ein Hardkillsystem dazu will, dass Multihit-fähig auch das Dach schützt, dann landet man zwingend bei mindestens 30 Mio - eher sogar darüber.
Zitat:Auch wenn Russland natürlich nicht genug Geld für seine dreitausend T-14 hat, ist das primäre Problem nicht monetärer Natur. Russland hat nicht die Technologie dafür. Die Russen schmieren bereits beim Powerpack und Optiken ab. Von einem APS o.ä. Systemen ist da noch gar nicht die Rede.
Russland hatte bereits vor vielen Jahren die Technologie für solche Systeme. Ganz allgemein hat Russland jede Menge erstaunlich fortschrittlicher Technologie. Aber sie können diese nicht in ausreichender Menge bauen, aus einer Vielzahl von Gründen. Beispielsweise hat Russland in der Theorie sehr gute abstandsaktive Schutzmaßnahmen (APS), die Russen waren sogar mal führend dabei. Aber das nützt halt wenig, wenn man im Jahr dann nur so um die 10 Panzer damit ausrüsten kann. Dasselbe eigentlich in allen Bereichen, siehe Luftwaffe.
Russland hat nur das BIP von Italien und nicht einmal die Produktionskapazitäten der Italiener für Hochtechnologie. Und zwar weil Russland sich dies nicht leisten kann - insbesondere auch weil der Gros aller Mittel fortwährend in die überblähten Atomstreitkräfte abfließt.
Was könnte man nun daraus für die RCH schlußfolgern ?! Wir sollten nicht den gleichen Fehler begehen, Systeme zu beschaffen, die (im Verhältnis, also relativ gesehen) so teuer sind, dass wir damit nicht die notwendige Quantität erzeugen können ! Die Russen setzen gerade eben deshalb auf technologisch rückständigere Systeme, weil sie davon viel mehr herstellen können, weil dies bezahlbar ist und weil es ausreichend ist. Das ist eine Strategie, die wir uns durchaus mal gut überlegen sollten.
Delbrück:
Man kann auch mit Raketenartillerie im Bereich bis 40 km effektiv wirken. Wir haben nur keine solche leichte Raketenartillerie bzw. Raketen kürzerer Reichweite. Auch muss Raketenartillerie nicht teuer sein. Wenn man Kampfkraft, Trefferwahrscheinlichkeit, Möglichkeiten usw. mit dem Preis verrechnet, kann Raketenartillerie durchaus auch auf kurze Distanzen sinnvoll sein.
Das ist halt eine grundsätzliche Frage. Raketen haben aber noch einen wesentlichen Vorteil im Vergleich zu einer 155mm Haubitze ! Nämlich dass die Raketen keine so schweren Plattformen benötigen um abgefeuert zu werden. Je leichter und kompakter die Plattform, desto geländegängiger ist sie, desto mehr Gelände kann sie nutzen um sich zu dislozieren.
Darin läge der primäre Vorteil einer Raketenartillerie die im Reichweitenbereich der RCH agiert im Vergleich mit dieser. Kleinere, leichtere, günstigere, querfeldeinbeweglicherer Plattformen anstelle eines überladenen, überschweren GTK.
Deiner Schlußfolgerung, dass man für einen erfolgreichen Artillerieangriff in Zukunft ein Zusammenwirken vieler Systeme benötigt teile ich hingegen vollauf. Man wird mit nur einem Typ von Wirkmittel in begrenzter Zahl nur wenig ausrichten können. Nur ist es meine (rein persönliche) Auffassung, dass in der von dir genannten Auflistung von Wirkmitteln die Rohrartillerie am ehesten weggelassen werden kann. Und weniger Diversifizierung der Systeme bedeutet größere Tiefe in der Quantität bei allen übrig bleibenden. Das ist hier die Quadratur des Kreises: man benötigt mehrere System zugleich, aber andererseits ist eine solche Mischung vielfach nachteilig. Also muss man diese Mischung an Wirkmitteln genau austarieren und so wenig verschiedene davon wie möglich verwenden.
Beschließend vielen Dank für die von dir zur Verfügung gestellten Vernetzungen, welche ich noch nicht kannte.