alphall31:
Zitat:Das der Hersteller selbst zwei Jahre nach Kriegsbeginn nicht in der Lage ist für ausreichend Ersatzteile zu sorgen kommt noch dazu. Auch in D sind nur ein Drittel der Pzh einsatzbereit und das liegt nicht an fehlenden Finanzmitteln.
Traurig und wahr, aber das hat nicht mit der Panzerhaubitze als System selbst zu tun, sondern ist denn abstrusen Zuständen hierzulande geschuldet. Unter anderen Umständen wäre das also gar kein Problem, weil der Mangel an Ersatzteilen ja kein konzeptionelles Problem der PzH2000 als System ist.
Zitat:Es ging dabei aber nicht um Verschleißerscheinungen sondern das das System den Belastungen nicht standgehalten hat, diese sind erst nach gut einem Monat eingetreten.
Zunächst mal klingt ein Monat nicht nach viel, aber die Belastungen welche man hier in nur einem Monat erzielt hat waren extrem. Und es sind auch viele andere Systeme ausgefallen, auch nach kurzer Zeit. Die Ukrainer haben gerade die PzH2000 extrem intensiv genutzt, was dafür spricht, dass sie als System sehr wertvolle Eigenschaften hat. Und was soll standhalten in diesem Kontext heißen ?! Angesichts der Intensität und der Härte der Kämpfe dort hat sich die PzH2000 im Rahmen des erwartbaren geschlagen. Noch darüber hinaus hat man nicht die besten verfügbaren Systeme geliefert, sondern eher das andere Ende was Qualität, Wartung, Abnutzung usw. betrifft.
Zitat:Die ersten sechs Systeme waren schon nach wenigen Tagen ausgefallen und man musste z.B. alles per Hand ausrechnen . Das ist ja wohl nicht dem Verschleiß zuzuschreiben.
Das sind gebrauchte Systeme. Es fehlten Datensätze. Die Ukrainer sind äußerst robust mit den PzH umgegangen. Die Ausbildung der Ukrainer im Umgang mit der PzH war teilweise mangelhaft, teilweise wurde die absolvierte Ausbildung auch einfach ignoriert. Man hat manche der Einheiten ohne jede Inspektion einfach sofort in Hochintensitätsgefechte geworfen, ohne vorher überhaupt zu prüfen ob dafür bereit sind. Und beschließend und am wichtigsten:
Es ist einfach völlig normal dass in einem ernsthaften konventionellen Krieg Systeme ausfallen, vorübergehend ausfallen müsste man schreiben. Und dass man Umgehungen für Probleme finden muss, kreativ sein muss, sich anpassen muss. Auch die Russen rechnen in großen Anteilen ihrer Artillerie alles per Hand und jetzt ?! Ist russische Rüstungstechnologie nicht robust genug ?!
Solche FRIKTIONEN sind nun mal die Realität, auch wenn der Panzerungeist ala Führungsakademie in dieser Bundeswehr dass nicht wahrhaben will. Krieg bedeutet ein fortwährendes Scheitern und Versagen auf beiden Seiten in unfassbarem Ausmaß und selbst die einfachsten Dinge funktionieren nicht. Und von daher ist nicht verwunderlich, wenn weniger einfache Dinge wie Hochtechnologie-Systeme ebenfalls nicht funktionieren. Das IST Krieg.
Und entsprechend muss man so etwas vorher mit einkalkulieren, sowohl was den Einsatz von Systemen angeht als auch schon bei der Beschaffung.
Und hier ist meine These (weiterhin), dass die RCH155 ein größeres Risiko für genau solche Friktionen hat im Vergleich zu anderen Systemen. Und ich schreibe bewusst Risiko, denn sicher ist das natürlich nicht. Aber haben wir die Zeit solche Risiken einzugehen ? Und wieviel Zeit und wieviel Mittel in diesem Zeitrahmen haben wir denn real / werden wir den real haben ?