also erstmal: aus Sicht eine Iran-Kenners macht der Brief für den Iran durchaus Sinn -
er ist eine
Zitat:bemerkenswerte Geste
und er beendet (wie ich bereits ausführte)
Zitat:27 Jahre Sprachlosigkeit auf der obersten Ebene zwischen Iran und den USA.
Soweit ist das ein Schritt in die richtige Richtung; nun mag man sich trefflich streiten, ob da zu weit oder nicht weit genug geschritten wurde - aber vor dem Faktum dieses "ersten Schritts" sind das periphäre Streitigkeiten.
Ahmadineschads Dialogversuch (Versuchsballon!!) ist zu begrüssen und jeder anderer Art der Austausch oder Konfrontation vor zu ziehen. Immerhin - die USA bedrohen den Iran, nicht anders rum .....
und wenn man sich die sprachlichen Ausführungen von Bush gegenüber dem Iran vergegenwärtigt (Achse des Bösen, Hort des Terrors ....) dann ist die Tonart in dem Brief - ich möchte mal sagen - gleichwertig undiplomatisch.
Was nun den Inhalt des Briefes und seine theologischen Ausführungen betrifft habe ich gesagt, dass damit eine für islamische Fundamentalisten a'la "Taliban" schon befremdlich anbiedernde Ausführung zur westlichen Religion, den Juden und dem Christentum
(z.B.
Zitat:If prophet Abraham, Isaac, Jacob, Ishmael, Joseph or Jesus Christ (PBUH) were with us today, how would they have judged such behaviour?...
usw usw)
enthalten ist (verschafft Euch doch mal Kenntnis von den Ausführungen der zu recht so bezeichneten "Hassprediger"), was mit einer deutliche Distanzierung vom Terror der Al Quaida verbunden ist.
Ist das so schwer zu begreifen, dass dies ein Signal vor allem innerhalb des Islam ist, das aber auch im Westen so - als Distanzierung vom fundamentalistischen Terror - verstanden werden muss?
Natürlich muss A. dieses "Handreichen auf gemeinsamer ethisch-religiöser Grundlage" mit Kritik am tatsächlichen Handeln der USA verbinden (die ja nicht nur hier sondern zunehmend auch in den USA geteilt wird), wenn er nicht als "Weichei" dastehen will und seine Annäherung auf zu harsche Kritik stößt.
Aber:
wenn man sich einmal auf die "gemeinsamen Grundlage" geeinigt hat, dann ist die Einigung in den Sachfragen wesentlich leichter.
Seht es doch mal so:
"der Westen" - angetrieben von den USA - übt heftige Kritik am Atomprogramm des Iran, von dem dieser sagt, es sei zivil und daher zulässig:
der Iran seinerseits übt heftige Kritik an einer Anzahl von Aktion der USA, die auch hier nicht unumstritten sind.
Ist da nicht ein Maß an gegenseitigen Forderungen vorgelegt, nach dem Motto, dass beide jetzt einen Katalog haben, der in folgenden Verhandlungen entsprechend abgearbeitet werden kann???
Ganz konkret: der Iran verzichtet auf sein Atomprogramm (das hier kritisiert wird) und die USA ziehen sich aus den Stützpunken im Umkreis des Iran zurück, lösen Guantanamo auf, verhelfen den Palis zu ihrem eigenem Staat usw. (was alles in dem Schreiben vom Iran kritisiert und damit sozusagen "gegen gefordert" wird).
edit 1:
Dokumentation des Briefes von der FAZ unter
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/RubEE30E8A04F834547B14888425CB9364F/Doc~E1A4E1B32EEE14C538A57504E3C060122~ATpl~Ecommon~Scontent.html">http://www.faz.net/s/RubEE30E8A04F83454 ... ntent.html</a><!-- m -->
edit 2:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,415913,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 13,00.html</a><!-- m -->
Zitat:12. Mai 2006
ATOMSTREIT
Bericht über neue Uran-Spuren in Iran
Neue Uran-Funde in Iran: Inspekteure der Internationalen Atomenergie-Behörde sollen bislang nicht gemeldete Spuren von hoch angereichertem Uran entdeckt haben. Teheran dementiert umgehend. Uno-Generalsekretär Annan hat indessen die USA aufgefordert, das Gespräch mit Teheran zu suchen.
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Annans Appell
Uno-Generalsekretär Annan hat die USA inzwischen aufgefordert, das Gespräch mit Teheran zu suchen. Er appellierte an beiden Seiten, ihre Rhetorik zu mildern. Iran werde mit den Europäern allein nicht "ernsthaft" verhandeln, wenn er wisse, dass diese sich im Anschluss zunächst wieder mit Washington beraten müssten, sagte Kofi Annan heute am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels in Wien. Es sei wichtig, dass die USA mit am Verhandlungstisch säßen und sich mit den Europäern und Iran um eine Lösung bemühten, sagte Annan. Dies habe er gegenüber US-Vertretern mehrfach betont.
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