03.04.2015, 11:14
@triangolum
Von einer Erpressung kann man wiederum nicht reden, da dies unterstellen würde, dass man die derzeitige iranische Regierung erpressen könnte (jeder iranische Patriot oder Nationalist würde dies sicher vehement bestreiten) und auch erpresst hat - die ungeplante Länge der Verhandlungen, was auch durch Misstrauen bedingt war, zeigt ja gerade, dass Erpressung nicht funktioniert hätte. Mit was hätte man zudem denn erpressen sollen? Krieg? Darauf hatte keiner Lust, die USA vor allem nicht, die nach Irak und Afghanistan kein neues Nahost-Drama brauchen können. Neue Sanktionen? Damit hätte man den Iran, der unter den alten durchaus schon genug zu leiden hat, auch nicht mehr weiter schocken und schon gar nicht zu einer Einigung bewegen können.
Insofern: Die jetzige Einigung hat nichts mit Erpressung oder der Aufgabe von Prinzipien zu tun - auch wenn manche Möchtegern-Antiimperialisten und pseudoiranische Nationalisten dies so sehen -, sondern damit, dass schlichtweg beide Seite an einer Einigung grundlegend Interesse hatten und sich deswegen der Pragmatismus durchgesetzt hat, was auch sicher den aktuellen Sorgen und Problemen in der Region (IS, Irak, Jemen-Konflikt, Zweifel der USA am saudischen Verbündeten) geschuldet sein mag, die vor allem den Iran, aber auch die Europäer und teils die USA betreffen. Die Iraner selbst bekunden ja, dass sie sich einer Erpressung nie gebeugt hätten (s. <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.presstv.ir/Detail/2015/04/02/404439/Iran-proved-it-will-not-bow-to-pressure">http://www.presstv.ir/Detail/2015/04/02 ... o-pressure</a><!-- m -->).
Das hört sich fast so an, als wenn du unglücklich wärst, wenn alle Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden würden, weil damit nicht ersichtlich und bestätigt werden würde, dass der "böse und korrumpierte" Westen ja wieder jemanden über den Tisch hätte ziehen wollen. Interessant wieder mal, dass es in dieser Wortwahl nur um den Westen geht (den "bösen", wohlgemerkt), aber nicht um die Wünsche des Iran oder seiner Bevölkerung. Erinnert mich an die Ukraine und den Dialog in betreffenden Strängen: Es geht nicht um das eigentlich betroffene Land oder die Menschen dort [Iran], sondern nur um den Westen und seine vermeintlichen Intrigen, die man ja bekämpfen muss, denen man standhalten muss. Das alte Lied. Aber nur zum Mitschreiben: Das Abkommen betrifft nicht nur die US- und EU-Sanktionen, sondern auch die UN-Sanktionen.
Schneemann.
Zitat:...und ich verstehe den Iran nicht. Er gibt seine Rechte welche unveräußerlich sind auf. Er stimmt auch noch zusätzlichen Kontrollen zu obwohl die IAEA Kontrollen schon die Schärfsten sind welche die IAEA jemals durchführte.Welche Prinzipien denn? Das ominöse Wir gegen den Rest der Welt-Prinzip? Dazu sind die Herrschenden in Iran wiederum zu pragmatisch, als sich auf solche Spielchen einzulassen, trotz aller Krawallrhethorik der Vergangenheit. Offenbar haben zudem auch die Menschen in Iran doch eher positiv auf die Einigung reagiert, d. h. sie waren froh, dass man sich einig geworden ist. Damit wird doch deutlich, dass die bisherigen "Prinzipien", die ja nun deiner Meinung nach über Bord geworfen wurden, nicht unbedingt die Meinungen in Iran vertreten haben (sondern allenfalls die einiger Regierender). Insofern wird klar, dass also gar keine Prinzipien über Bord geworfen wurden.
Erpressung hat gesiegt. Und die Aktuelle Regierung des Irans werkelt weiter an die Zersetzung der iranischen Prinzipien.
Von einer Erpressung kann man wiederum nicht reden, da dies unterstellen würde, dass man die derzeitige iranische Regierung erpressen könnte (jeder iranische Patriot oder Nationalist würde dies sicher vehement bestreiten) und auch erpresst hat - die ungeplante Länge der Verhandlungen, was auch durch Misstrauen bedingt war, zeigt ja gerade, dass Erpressung nicht funktioniert hätte. Mit was hätte man zudem denn erpressen sollen? Krieg? Darauf hatte keiner Lust, die USA vor allem nicht, die nach Irak und Afghanistan kein neues Nahost-Drama brauchen können. Neue Sanktionen? Damit hätte man den Iran, der unter den alten durchaus schon genug zu leiden hat, auch nicht mehr weiter schocken und schon gar nicht zu einer Einigung bewegen können.
Insofern: Die jetzige Einigung hat nichts mit Erpressung oder der Aufgabe von Prinzipien zu tun - auch wenn manche Möchtegern-Antiimperialisten und pseudoiranische Nationalisten dies so sehen -, sondern damit, dass schlichtweg beide Seite an einer Einigung grundlegend Interesse hatten und sich deswegen der Pragmatismus durchgesetzt hat, was auch sicher den aktuellen Sorgen und Problemen in der Region (IS, Irak, Jemen-Konflikt, Zweifel der USA am saudischen Verbündeten) geschuldet sein mag, die vor allem den Iran, aber auch die Europäer und teils die USA betreffen. Die Iraner selbst bekunden ja, dass sie sich einer Erpressung nie gebeugt hätten (s. <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.presstv.ir/Detail/2015/04/02/404439/Iran-proved-it-will-not-bow-to-pressure">http://www.presstv.ir/Detail/2015/04/02 ... o-pressure</a><!-- m -->).
Zitat:Und dazu wird dieses Abkommen nur dazu führen das der Iran weiter unter Sanktionen leiden wird. Als wenn alle Sanktionen jemals aufgehoben werden.
Das hört sich fast so an, als wenn du unglücklich wärst, wenn alle Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden würden, weil damit nicht ersichtlich und bestätigt werden würde, dass der "böse und korrumpierte" Westen ja wieder jemanden über den Tisch hätte ziehen wollen. Interessant wieder mal, dass es in dieser Wortwahl nur um den Westen geht (den "bösen", wohlgemerkt), aber nicht um die Wünsche des Iran oder seiner Bevölkerung. Erinnert mich an die Ukraine und den Dialog in betreffenden Strängen: Es geht nicht um das eigentlich betroffene Land oder die Menschen dort [Iran], sondern nur um den Westen und seine vermeintlichen Intrigen, die man ja bekämpfen muss, denen man standhalten muss. Das alte Lied. Aber nur zum Mitschreiben: Das Abkommen betrifft nicht nur die US- und EU-Sanktionen, sondern auch die UN-Sanktionen.
Zitat:Unfassbar wie diese Regierung alles unterminiert was zuvor aufgebaut wurdeBitte? Was unterminiert sie denn? Sie lässt umfangreichere Kontrollen zu, reduziert die Zentrifugenzahl und friert den Anreicherungsgrad ein. Ansonsten kann weitergewerkelt werden wie zuvor und zudem fallen die Sanktionen weg. Himmel, was will man denn mehr erreichen? Genau genommen könnten sie auch jetzt noch an einer Bombe in irgendeinem geheimen Komplex bauen, wenn sie es denn wirklich wöllten, aber die iranische Regierung hat mit diesem Abkommen dafür gesorgt, dass sich die Beziehungen in absehbarer Zeit normalisieren können und dass die eigene Bevölkerung nicht mehr unter den Sanktionen leiden muss.
Schneemann.