Forum-Sicherheitspolitik

Normale Version: Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) mit Hybridantrieb (eJLTV)
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Alles über das Joint Light Tactical Vehicle, und in seiner neuesten Variante als Dieselelektrischer Hybrid:

https://defence-blog.com/oshkosh-build-n...l-vehicle/

Zitat: Maintains the performance and protection of the proven Oshkosh Defense JLTV

Improves fuel economy by more than 20%

Provides battery capacity of 30kWh with opportunity for growth

Eliminates the need for a towed generator by providing export power capacity of up to 115kW

Vor allem die beiden letzten Punkte werden in der modernen Kriegsführung immer relevanter werden, um beispielsweise kleine Drohnen oder Elektromotorräder und die vielfältigen elektronischen Systeme und Akkus welche heute in einem Übermaß benötigt werden.

Macht die Idee von Obibiber einer Armee aus lauter JLTV noch interessanter.

https://www.thedrive.com/the-war-zone/44...e-revealed

https://nationalinterest.org/blog/buzz/c...les-200036

Zitat:It is important to note that Oshkosh has significant experience with hybrid vehicles. The company also has a federal contract to supply the United States Postal Service with up to 165,000 zero-emission electric and fuel-efficient, low-emission internal combustion engine vehicles.
Ja…bin auch begeistert…
und noch immer der Ansicht dass ein paar tausend davon der Bundeswehr auch gut tun würden…
vor allem aufgrund der vielfältigen Aufbauten und der geringen Kosten…als Shorad Träger, Mörser, 30mm, Spike LR2, diverse waffenstationen, NLOS, Hero Loitering, Laser, uvm
Solche Entwicklungen sind ja nicht neu, als Demonstrator (um so manchem die Augen zu öffnen) ist das eine gute Sache, bei den typischen Laufzeiten von militärischen Fahrzeugen finde ich ein solches Konzept aber wenig überzeugend. Ein größerer Truppenversuch wäre damit sinnvoll, gerade auch weil gemischte Flotten aufgrund des gleichen Grundtyps kein Problem wären, ob es aber wirklich zu einer breiteren Einführung kommt bleibt abzuwarten. Bisher hat die US Army noch kein großes Interesse gezeigt.

Der logische nächste Schritt ist eine voll-elektrische Plattform mit einem integrierten dieseleketrischen Antrieb. Entsprechende Entwicklungsfahrzeuge gibt es ja bereits, auch aus deutscher Produktion.
Bin schon seit immer ein großer Befürworter dieselelektrischer Antriebe. Beispielsweise habe ich hier im Forum ganz ganz früher genau aus diesem Grund mich für die Splitterskyddad Enhetsplattform ausgesprochen, welche schon ungefähr im Jahr 2000 fertig entwickelt war und das gleiche Antriebskonzept verfolgt. Das SEP Projekt wurde dann leider 2008 rum eingestellt, weil sich keine Kunden dafür fanden.

Ich würde aber die Kundenfrage nicht überbewerten, und insbesondere nicht für eine Bewertung der Technologie an sich heran ziehen. Das die US Army kein Interesse zeigt sagt wenig bis gar nichts. Armeen sind weltweit oft extrem betriebsblind, betreiben primär Strukturextrapolierung und sind aufgrund ihrer konservativen Grundausrichtung im Vergleich eher schlecht darin sich zu wandeln und/oder neues auszuprobieren.

Stichwort ausprobieren: man müsste ganz allgemein viel mehr Truppenversuche durchführen, und verschiedene Prototypen von Systemen in geringen Stückzahlen bauen lassen und diese dann auch in Auslandseinsätzen tatsächlich einsetzen, schlicht und einfach weil dies zwar im Friedensbetrieb Mehrkosten erzeugt, sich aber langfristig militärisch "rechnet". Armeen die so verfahren, können meiner Ansicht nach im modernen Krieg einen Vorteil erlangen, weil sie in den schnelllebigen Innovationszyklen der Gegenwart eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür haben dann, wenn es darauf ankommt die notwendigen und die jeweils besten Systeme zu haben.

Wir müssten ganz allgemein viel mehr ausprobieren, experimentieren und testen. Man bräuchte eventuell sogar einen ganzen Großkampfverband der nur als entsprechende Testeinheit vorgehalten wird, und ansonsten in Manövern und bei der Ausbildung die Aufgabe hat OPFOR darzustellen und sich auch entsprechend in feindliche Doktrin, Taktiken, Systeme usw. rein arbeitet. Das wäre mein Verständnis eines Lehrverbandes, den ich sogar als eigene Brigade aufstellen würde, eine Lehr-Brigade also, deren konkreter Zweck es vor allem auch wäre, genau solche Truppenversuche durchzuführen.

Leichte Dieselelektrische Fahrzeuge mit möglichst geringer Signatur sind meiner Überzeugung nach exakt das, was für die Kriegsführung in Zukunft am Boden am relevantesten sein wird, völlig gleich ob es sich um IKM handelt oder um einen großen konventionellen Krieg. Man kann dann beides mit dem gleichen System abdecken. Der Grundgedanke des FCS Programms ist meiner Überzeugung nach immer noch richtig, und solche Fahrzeuge wie das vorgestellte könnten eine der Plattformen eines solchen Programms werden.

Beispielsweise könnte (rein theoretisch) man eine Streitkraft komplett auf diesem eJLTV und der SEP aufbauen, zumal letztgenannte auch noch hoch-modular ausgelegt war. Mah hätte dann schlußendlich nur noch zwei geschützte Plattformen und dennoch könnte man damit alles abdecken und dies in einer Art und Weise, dass es dem was aktuell ist deutlich überlegen wäre. Das würde aber natürlich auch in jedem Fall andere Wirkmittel, eine andere Doktrin und dann natürlich auch eine ganz andere Ausbildung erfordern.
Amerikanische JLTV-Fahrzeuge wurden mit potenziell fehlerhaften Panzerplatten gebaut
OPEX360 (französisch)
von Laurent Lagneau · 12. März 2025
[Bild: jltv-20150826.jpg]
Im Jahr 2015 unterzeichnete das Pentagon im Rahmen des 2006 gestarteten JLTV-Programms (Joint Light Tactical Vehicle), das die von der US-Armee und dem US-Marinekorps eingesetzten Humvees ersetzen soll, teilte das Pentagon Oshkosh Defense einen Erstvertrag mit einem potenziellen Wert von 6,7 Milliarden Dollar für die Lieferung von bis zu 16.901 gepanzerten Fahrzeugen des Typs L-ATV (Light Combat Tactical All-Terrain Vehicle) mit. Und das, obwohl der Gesamtbedarf auf 64.000 Stück geschätzt wurde.

In der Folge wurde das L-ATV [umbenannt in JLTV] von anderen Ländern ausgewählt, wie Belgien, das im Jahr 2020 322 Exemplare bestellte, Rumänien [129] oder Litauen [500 Einheiten, die in zwei Schritten bestellt wurden: 200 im Jahr 2019 und 300 im Jahr 2022]. Das Vereinigte Königreich hat außerdem seine Absicht bekundet, 2.747 für die britische Armee zu beschaffen.
Der JLTV ging 2016 in Produktion. Allerdings wurden die zwischen 2017 und 2019 vom Band gelaufenen Fahrzeuge wahrscheinlich mit defekten Panzerplatten gebaut. Das hat Bloomberg jedenfalls am 11. März vorgebracht.

Laut den Ergebnissen einer internen Untersuchung, die von der Nachrichtenagentur zitiert wurde, wurden die Ergebnisse der Qualitätskontrollen von rund 12.800 Panzerplatten, die von der amerikanischen Tochtergesellschaft des russischen Stahlunternehmens Evraz mit Sitz in Portland (Oregon) hergestellt wurden, gefälscht.

„Diese Platten wurden als getestet und zugelassen gekennzeichnet, aber einige wiesen später Anzeichen von Rissen auf“, so Bloomberg.

Genauer gesagt gaben mindestens vier Mitarbeiter von Evraz North America zu, die fraglichen Panzerplatten nicht einer Maschine zur Prüfung ihrer Festigkeit unterzogen zu haben, obwohl ein solches Verfahren obligatorisch ist. Außerdem haben sie falsche Ergebnisse manuell eingegeben. „Die Fälschung von Daten ist eine allgemeine Praxis“, heißt es in der von Bloomberg zitierten internen Untersuchung.

Die fehlbaren Mitarbeiter erklärten, dass ihnen aufgrund des hohen Produktionstempos die Zeit gefehlt habe, um die Tests für jede Platte durchzuführen. „So bin ich ausgebildet worden“, gestand einer von ihnen. Obwohl seine Vorgesetzten die Existenz dieser Praxis bestritten haben, geht der Bericht davon aus, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie davon Kenntnis hatten. „Wenn man in der Klemme sitzt, muss man tun, was nötig ist, um die Produktionskette am Laufen zu halten“, hat ein Unternehmensleiter übrigens zugegeben.

Laut Bloomberg waren diese Panzerplatten von zweifelhafter Qualität hauptsächlich für den JLTV bestimmt. Jetzt geht es darum, die Fahrzeuge zu identifizieren, die mit diesen Platten gebaut wurden ... obwohl bereits 2024 rund 22.000 Exemplare produziert worden waren.

„Der JLTV hat immer wieder bewiesen, dass er die kritischen Lücken der amerikanischen und internationalen Streitkräfte schließen kann“, argumentiert Oshkosh Defense jedoch auf seiner Website.

In der Zwischenzeit hat sich das FBI des Falls angenommen, dessen Agenten im vergangenen Juli mehrere Standorte von Evraz North America besuchten. Zum jetzigen Zeitpunkt, so Bloomberg, „gibt es keine Hinweise darauf, dass die nicht durchgeführten Tests und die falschen Daten […] mit den Bemühungen der USA zur Unterstützung der Ukraine gegenüber Russland zusammenhängen“.