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Normale Version: Afghanistan
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hunter1 schrieb:Und die Aghanen haben jederzeit die Möglichkeit, die NATO aus Aghanistan herauszubeordern.

Das glaubst Du doch wohl selbst nicht.
Die Ziele, die sich die Nato in Afghanistan gesetzt hat sind/waren einfach absurd und reine träumerei. Die Afghanen entscheiden selbst wie sie leben wollen.
Nach 9.11 hätten es auch Kommandotruppen und Luftschläge getan um Terroristen zu jagen/töten. H-Bombe wäre mir auch recht gewesen.
Aber nöööööö ... man musste ja den großen Wohltäter spielen und westliche Werte exportieren.
Der Westen hatte von Anfang vor, den großen Wohltäter zu spielen, aber es war ihm egal ober es auch tatsächlich ist. Winning Hearts and Minds ist eine militärische Strategie aus dem Vietnamkrieg, keine Erfindung von Zivilisten. Darüber hinaus ist die Rechtfertigung von Wirtschaftskriegen problematisch, wie Horst Köhler am eigenen Leib erfahren hat.

Man wollte eine Regierung in Afghanistan installieren, die eine Amerikanische Kontrolle über die Transportwege der zentralasiatischen Energievorräte (gegenüber China) ermöglicht. TAPI hieß schon immer die eigentliche Mission und nicht "fangt Osama". Bei TAPI ist man auch schon weiter, als mit Osama und Taliban.
Die nächste Mordaktion, die übrigens keinen westlichen Soldaten getroffen hat...
Zitat:Afghan suicide bomber kills 17 in bath house

At least 17 people have been killed in a suicide attack in a crowded public bath house in Afghanistan's southern Kandahar province, officials say. They say 23 others were injured in the attack, which took place in the town of Spin Boldak, on the Pakistan border.

The blast in Spin Boldak came as the bath house was packed with people getting ready for Friday prayers. [...]

The Taliban said they carried out the attack.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bbc.co.uk/news/world-south-asia-12135060">http://www.bbc.co.uk/news/world-south-asia-12135060</a><!-- m -->

Schneemann.
Shahab3 schrieb:
hunter1 schrieb:Und die Aghanen haben jederzeit die Möglichkeit, die NATO aus Aghanistan herauszubeordern.


Das glaubst Du doch wohl selbst nicht.
Doch, natürlich glaube ich das. Wenn sich die Afghanen (und damit meine ich nicht die Taliban, sondern den Rest) dazu entscheiden, dass sie die NATO nicht mehr bei sich wollen, dann können sie diese Forderung stellen.
Selbstverständlich heisst das nicht automatisch, dass die NATO dann einfach abzieht. Wenn sie es jedoch nicht tut, macht sie sich zum Feind aller Afghanen. Sie wäre dann offiziell nicht mehr eine Unterstützungstruppe, die der ehemaligen Nordallianz bzw. jetzigen afghanischen Regierung im Kampf gegen die Taliban hilft, sondern eine reine Besatzungstruppe ohne rechtliche Legitimation. Und das kann nicht in ihrem Interesse sein.
hunter1 schrieb:Doch, natürlich glaube ich das. Wenn sich die Afghanen (und damit meine ich nicht die Taliban, sondern den Rest) dazu entscheiden, dass sie die NATO nicht mehr bei sich wollen, dann können sie diese Forderung stellen. Selbstverständlich heisst das nicht automatisch, dass die NATO dann einfach abzieht.

Niemand wird die Afghanen in einem Referendum fragen, ob sie eine weitere Präsenz der Besatzungstruppen zustimmen. Sobald Karzai nur gedanklich in diese Richtung abschweift, wird er demontiert. Niemand wird in der NATO dulden, dass der Eindruck entsteht, man sei von den Afghanen aus dem Land geworfen worden.

Zitat:Wenn sie es jedoch nicht tut, macht sie sich zum Feind aller Afghanen.


Das ist richtig...

Zitat:Sie wäre dann offiziell nicht mehr eine Unterstützungstruppe, die der ehemaligen Nordallianz bzw. jetzigen afghanischen Regierung im Kampf gegen die Taliban hilft, sondern eine reine Besatzungstruppe ohne rechtliche Legitimation.

s.o.

Ansonsten als Randinformation zu "Unterstützergruppe der Nordallianz bzw. der afghanischen Regierung" :? :

Bei Kriegbeginn war die Nordallianz noch gar nicht mit im Boot. Die Nordallianz ist erst nach Wochen und nach Trilateralen Verhandlungen zwischen den USA, Iran mit Nordallianz in diesen Krieg an der Seite der USA eingetreten.

Die Nordallianz wurde zum Einsetzen einer Regierung in Kabul aufgelöst. ISAF hat insofern mit der Nordallianz nichts zu tun und die afghanische Regierung ist auch nicht der Rest des Nordallianz.
Zitat:Westerwelle mahnt Kampf gegen Korruption an

Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist bei seinem überraschenden Besuch in Afghanistan für eine Stunde mit Präsident Hamid Karsai in Kabul zusammengetroffen. Aus den deutschen Delegationskreisen hieß es, es sei ein "sehr gutes, sehr konkretes Gespräch" gewesen. Westerwelle rief die afghanische Regierung zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Korruption und Drogenanbau auf. Auch einen besseren Schutz religiöser Minderheiten wie der Christen mahnte er an.


http://www.tagesschau.de/ausland/westerwelle750.html
Shahab3 schrieb:Bei Kriegbeginn war die Nordallianz noch gar nicht mit im Boot. Die Nordallianz ist erst nach Wochen und nach Trilateralen Verhandlungen zwischen den USA, Iran mit Nordallianz in diesen Krieg an der Seite der USA eingetreten.

Die Nordallianz wurde zum Einsetzen einer Regierung in Kabul aufgelöst. ISAF hat insofern mit der Nordallianz nichts zu tun und die afghanische Regierung ist auch nicht der Rest des Nordallianz.
Danke, war mir so nicht bekannt.

Zitat:Niemand wird die Afghanen in einem Referendum fragen, ob sie eine weitere Präsenz der Besatzungstruppen zustimmen. Sobald Karzai nur gedanklich in diese Richtung abschweift, wird er demontiert. Niemand wird in der NATO dulden, dass der Eindruck entsteht, man sei von den Afghanen aus dem Land geworfen worden.
Die Vorteile für die Regierung Karsai, mit der NATO zusammenzuarbeiten, sind grösser als die Nachteile. Und falls Karsai mal stürzt, wird einfach die nächste Regierung von den Amis gekauft. Solange das so bleibt, wird von höchster afghanischer Stelle keine Aufforderung zum Abzug kommen. Aber es gibt jedes Mal, wenn die NATO gegen lokale Gepflogenheiten verstösst oder Zivilisten tötet, einen Aufschrei in der afghanischen Bevölkerung. Und das Mass ist dann irgendwann voll. Wenn die gesamte afghanische Bevölkerung die NATO raushaben will, wird auch die afghanische Regierung dafür sein müssen, um sich selbst zu retten. Da brauchts keine Volksabstimmung dafür. Zudem können die afghanische Regierung und das afghanische Parlament jederzeit entscheiden, die NATO per Gesetz rauszuwerfen. Werden sie aber nicht tun, weil dann das ganze Geld, dass via NATO ins Land kommt, wegfällt und Ruckzuck die Taliban in Kabul einmarschieren.
Wie die NATO auf einen Rauswurf reagieren würde, ist für die Afghanen eigentlich egal.
Zitat:Nato startet Awacs-Mission ohne Deutschland

Die Nato beginnt die Überwachung des afghanischen Luftraums mit Awacs-Jets - ohne deutsche Beteiligung. Zunächst übernehmen nun Großbritannien und Frankreich die wichtige Aufgabe. Durch den raschen Start gerät die Bundesregierung unter Zugzwang.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...66,00.html
Zitat:17 Menschen sterben bei Anschlägen

Extremisten haben in Afghanistan erneut Anschläge verübt: Neun Gäste einer Hochzeitsgesellschaft starben, als ein Sprengsatz explodierte. Auch in anderen Teilen des Landes wurden viele Menschen getötet.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...90,00.html
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,739677,00.html">http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1 ... 77,00.html</a><!-- m -->
Zitat: 15.01.2011

KSK bildet afghanische Elite-Polizisten aus

Das geheim agierende Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr baut in Nordafghanistan eine neue Eliteeinheit der afghanischen Polizei auf.
...
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.de.rian.ru/security_and_military/20110124/258157792.html">http://www.de.rian.ru/security_and_mili ... 57792.html</a><!-- m -->
Zitat:Afghanistan: ISAF geht entschieden gegen Taliban vor
Thema: Lage in Afghanistan

19:32 24/01/2011
KABUL, 24. Januar (RIA Novosti).

...
hunter1 schrieb:Die Vorteile für die Regierung Karsai, mit der NATO zusammenzuarbeiten, sind grösser als die Nachteile.

Ganz bestimmt ist das so. Die NATO könnte ihn jederzeit durch einen organisierten Anschlag "absetzen". Ein Nachfolger würde einberufen, der durch Zufall auch die nächste Wahl gewinnt. Gar kein Problem und das weiß Karzai auch sicherlich zu schätzen. Andererseits sitzen ihm noch andere im Nacken. Sowohl die Taliban als auch die Besatzungsmacht kann sehr gut damit leben, dass in Kabul ein sehr schwacher Anführer sitzt, der sich aus seinem Amtssitz kaum heraus traut. Insofern würde ich seine Position auch im Augenblick alles andere als überbewerten.

Zitat:Und falls Karsai mal stürzt, wird einfach die nächste Regierung von den Amis gekauft. Solange das so bleibt, wird von höchster afghanischer Stelle keine Aufforderung zum Abzug kommen.

Doch, fordern kann er einen Abzug, hat er auch schon getan und sich dafür direkt Ärger eingehandelt. Seine Situation ist eben im Endeffekt die oben beschriebene.

Zitat:Aber es gibt jedes Mal, wenn die NATO gegen lokale Gepflogenheiten verstösst oder Zivilisten tötet, einen Aufschrei in der afghanischen Bevölkerung.

Dass Fremde und Besatzer nur Böses wollen, ist kein unbekannter Stereotyp in einem von fremden Menschen dominierten Land.

Nun sind rund 10 Jahre rum, in denen es viele vermeidbare und unvermeidbare zivile Opfer gegeben hat. Mit welchem Effekt? Nichts hat der US geführte Einfall den Afghanen gebracht. Insofern würde mich Deine Erwartungshaltung in diesem Szenario interessieren. Die Wut wird (mit Recht) groß sein, sonst würde man diese Opfer eher hinnehmen.

Zitat:Und das Mass ist dann irgendwann voll. Wenn die gesamte afghanische Bevölkerung die NATO raushaben will, wird auch die afghanische Regierung dafür sein müssen, um sich selbst zu retten. Da brauchts keine Volksabstimmung dafür. Zudem können die afghanische Regierung und das afghanische Parlament jederzeit entscheiden, die NATO per Gesetz rauszuwerfen. Werden sie aber nicht tun, weil dann das ganze Geld, dass via NATO ins Land kommt, wegfällt und Ruckzuck die Taliban in Kabul einmarschieren.

Eben. Und die Beteiligten machen das doch auch alles nicht zum ersten Mal durch.. Ein von der afghanischen Regierung durchgedrücktes Referendum ist ebenso undenkbar, wie eines von den Besatzungsmächten initiiertes. Es wird also auch sicherlich auch keines geben. Es sei denn, der Abzug ist im Vorfeld bereits beschlossene Sache.

Zitat:Wie die NATO auf einen Rauswurf reagieren würde, ist für die Afghanen eigentlich egal.

Egal ganz sicher nicht. Aber sie können das ja auch nicht wirklich beeinflussen.
Zitat:Deutsch-Afghane in US-Militärgefängnis inhaftiert

US-Truppen haben in Afghanistan einen deutschen Studenten festgenommen. Er soll in ein Militärgefängnis gebracht worden sein, steht offenbar unter Terrorverdacht. Die Familie in Frankfurt weist die Vorwürfe gegen ihn zurück - und kritisiert deutsche Behörden.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...52,00.html


Zitat:Afghanisches Parlament tritt zusammen

Afghanistan hat wieder ein Parlament - nach monatelangem Streit. Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen wurden die 249 Abgeordneten vereidigt. Präsident Karzai eröffnete die Sitzung und sorgte gleich für die nächsten Reibereien.
[url]
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,741791,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 91,00.html</a><!-- m -->[/url]
Zitat:Nordafghanistan

Steinigungsvideo demonstriert Macht der Taliban

Grausige Bilder aus dem Einsatzgebiet der Bundeswehr erschüttern Afghanistan. Ein Handyvideo zeigt erstmals seit dem Sturz der Taliban eine öffentliche Steinigung. Die Aufnahme belegt, wie mächtig die Radikalen wieder sind - und wie hilflos Behörden und Nato-Truppen.

Berlin/Kabul - Acht Minuten lang ist das Video, aufgenommen mit einem Fotohandy. Doch selbst der als robust bekannte US-Fernsehsender ABC strahlte nur wenige Sequenzen aus. Zu brutal sind die Bilder aus Nordafghanistan, genauer gesagt aus Kunduz. Sie zeigen den Tod von Abdul Qayom und der Liebe seines Lebens, der 20-jährigen Sedeqa. Das Liebespaar starb am 16. August 2010 am helllichten Tag und vor Hunderten Zeugen - die zugleich Täter waren. Aufgehetzt von den Taliban steinigten sie die beiden Dorfbewohner. Sedeqa wurde, weil sie trotz der Steinigung nicht tot war, nach dem grausigen Ritual erschossen.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,742110,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 10,00.html</a><!-- m -->

Da weiß man ja, weshalb wir dort sind!

Schneemann.