30.05.2024, 17:13
Schneemann:
Die aktuelle Situation in Libyen hat ihren Ursprung in den westlichen Angriffen, ohne welche das Gaddafi-Regime sich zweifelsohne recht rasch gegen die Aufständischen durchgesetzt hätte. Libyen könnte heute weiterhin ein stabiler Staat sein, und man hätte sogar die Probleme Gaddafis für sich ausnützen können, dahingehend dass man ihm Hilfe leistet und er umgekehrt dafür sein Land für durchgehende Migration komplett sperrt.
Stattdessen hat man wie ihm Wahn durch die westlichen Luftangriffe den Kollaps dieses Staates verursacht, ein bizarrer Fehler und nichts anderes, geboren aus einer schier unfassbaren Hybris und der völligen Verkennung der Verhältnisse in Libyen heraus.
Keineswegs ist das schwer einschätzbar. Gaddafi hätte das ganze Land im Griff, aber sein Regime wäre geschwächt und müsste sich mehr auf die Innere Sicherheit konzentrieren, weshalb es damit für uns außenpolitisch sehr viel leichter für unsere Zwecke einsetzbar wäre.
Dein Ernst ?! Der Sturz Gaddafis hat wesentlich mehr Tote, Verletzte und sonstige Verluste insgesamt erzeugt, als sein Sieg über die Aufständischen welcher sich bereits abzeichnete als der Westen eingriff je verursacht hätte. Und was kann es besseres geben als ein Regime das gewinnt, aber durch seinen Sieg dadurch außenpolitisch abhängiger und erpressbarer wird ?
Stattdessen also ein Failed State, als primäre Einfallroute für illegale Migranten, Drogen, Terroristen, und als Spielball feindlicher Mächte wie der Türkei und Russlands.
KheibarShekan:
Auch wenn der bizarre westliche Angriff die Ursache der gegenwertigen Situation ist, so muss man dies doch von der Destablisierung welche Russland hier und heute versucht getrennt betrachten. Natürlich kann man argumentieren, dass es diese Möglichkeit für die Russen so ja gar nicht gäbe, wenn wir nicht eingegriffen hätten, aber da es sie nun einmal durch unser Verschulden gibt, hat Russland hier nun eben diese Möglichkeit und ergreift sie. Deshalb muss man mit dem Finger sowohl auf den Westen als auch auf Russland (als auch auf die Türkei zeigen). Nur weil die einen alles falsch gemacht haben, heißt das nicht umgekehrt, dass die Handlungen der anderen richtig wären - und insbesondere nicht dass die Handlungen der Russen hier und heute irgendwie gut wären.
Die aktuelle Situation in Libyen hat ihren Ursprung in den westlichen Angriffen, ohne welche das Gaddafi-Regime sich zweifelsohne recht rasch gegen die Aufständischen durchgesetzt hätte. Libyen könnte heute weiterhin ein stabiler Staat sein, und man hätte sogar die Probleme Gaddafis für sich ausnützen können, dahingehend dass man ihm Hilfe leistet und er umgekehrt dafür sein Land für durchgehende Migration komplett sperrt.
Stattdessen hat man wie ihm Wahn durch die westlichen Luftangriffe den Kollaps dieses Staates verursacht, ein bizarrer Fehler und nichts anderes, geboren aus einer schier unfassbaren Hybris und der völligen Verkennung der Verhältnisse in Libyen heraus.
Zitat:Also gut, dann ein Gedankenspiel: Rechnen wir die westlichen Luftangriffe 2011 einfach komplett heraus. Welche Lage bestünde dann? Schwer einschätzbar.
Keineswegs ist das schwer einschätzbar. Gaddafi hätte das ganze Land im Griff, aber sein Regime wäre geschwächt und müsste sich mehr auf die Innere Sicherheit konzentrieren, weshalb es damit für uns außenpolitisch sehr viel leichter für unsere Zwecke einsetzbar wäre.
Zitat:Vielleicht waren die Luftangriffe also keine Paradelösung. Aber wenn man die Wahl - frei nach Ferdinand von Schill - zwischen einem Ende in Schrecken und einem Schrecken ohne Ende hätte, dann war der Sturz Gaddafis (vermutlich) die einzig erträgliche Lösung.
Dein Ernst ?! Der Sturz Gaddafis hat wesentlich mehr Tote, Verletzte und sonstige Verluste insgesamt erzeugt, als sein Sieg über die Aufständischen welcher sich bereits abzeichnete als der Westen eingriff je verursacht hätte. Und was kann es besseres geben als ein Regime das gewinnt, aber durch seinen Sieg dadurch außenpolitisch abhängiger und erpressbarer wird ?
Stattdessen also ein Failed State, als primäre Einfallroute für illegale Migranten, Drogen, Terroristen, und als Spielball feindlicher Mächte wie der Türkei und Russlands.
KheibarShekan:
Zitat:jetzt hat man einen Failed State im Tor zwischen Sahel und Mittelmeer, zeigt mit dem Finger auf Russland. Hmm.
Auch wenn der bizarre westliche Angriff die Ursache der gegenwertigen Situation ist, so muss man dies doch von der Destablisierung welche Russland hier und heute versucht getrennt betrachten. Natürlich kann man argumentieren, dass es diese Möglichkeit für die Russen so ja gar nicht gäbe, wenn wir nicht eingegriffen hätten, aber da es sie nun einmal durch unser Verschulden gibt, hat Russland hier nun eben diese Möglichkeit und ergreift sie. Deshalb muss man mit dem Finger sowohl auf den Westen als auch auf Russland (als auch auf die Türkei zeigen). Nur weil die einen alles falsch gemacht haben, heißt das nicht umgekehrt, dass die Handlungen der anderen richtig wären - und insbesondere nicht dass die Handlungen der Russen hier und heute irgendwie gut wären.