Eine "Iran-Iraq-Turkey-Syria alliance" schließe ich eigentlich aus. Dazu sind trotz aller Wirtschaftsbeziehungen die Rivalitäten zwischen dem schiiitischen Iran mit dem Anspruch eienr "Regionalmacht", der sunnitischen Türkei (mit neoosmanischen Tendenzen) und den "Störfaktoren" Kurden und wahabitisches Saudi Arabien zu stark.
Und die Religion ist in der gesamten Region zu sehr verwurzelt, als dass man mit anderen Staaten "gegen die eigenen Glaubensbrüder" zusammen arbeiten würde. Vielmehr versuchen gerae Türkei und Syrien das "Vehikel Religion" auszunützen, um sich Einfluss zumindest auf Teile des Irak und Syriens zu sichern.
Die Kooperation zwischen dem alawitisch regierten Syrien und dem schiitischen Iran ist ja bekannt - und (was zu erwarten war) der schiitische Irak scheint sich zu einem Bindeglied zu entwickeln;
jedenfalls kooperieren Iraner und Iraker inzwischen in einem anderen Bereich:
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Zitat:Sonntag, 19. August 2012
Umgehung von Wirtschaftssanktionen
Irak leistet Iran "Schützenhilfe"
Der Iran soll Wege gefunden haben, wie das Land direkten Zugang zum internationalen Finanzsystem erhält, von dem es eigentlich abgeschnittenn werden sollte. Nach Berichten aus den USA soll der Irak der Führung in Teheran dabei "Schützenhilfe" leisten.
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das bringt mich zum Thema "Zukunft des Irak" und wahrscheinlich auch "Zukunft Syrien": die Kantonisierung (nach dem Vorbild der Schweiz) des einstigen Zentralstaates Irak (und auch Syriens) schreitet offenbar voran. Damit geht zwangsläufig eine "Neutralisierung" einher, weil sich die Staaten gegen die inneren Widerstände nicht mehr "als Ganzes" auf eine Seite schlagen können.
Dies dürfte mittel- und langfristig dazu führen, dass Syrien und der Irak selbst als "aktive Akteure" ausscheiden, was letztendlich zur einer friedlicheren Entwicklung der "Kantone" in diesen beiden Staaten unter wirtschaftlicher und bildungspolitischen Förderung der konkurrierenden Gruppierungen aus der Nachbarschaft führen könnte.
Sobald sich der sunnitisch - schiitische Konflikt entschärft, etwa in dem er sich in einer Stabilisierung der "Kantone" erschöpft, dürfte vielmehr eine ganz andere "Konkurrenz" auf den Plan treten, eine Konkurrenz, die wir in Ägypten (auch in Syrien und im Irak) schon mehr oder weniger deutlich sehen:
die zwischen den sunnitischen "Muslimbrüdern" und den saudi-arabisch geförderten Salafisten. Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Konflikt zwischen den "klassischen sunnitischen Eliten" in der Türkei und Ägypten und den fundamentalistischen Anhängern der eigentliche Konflikt der Zukunft liegt