08.08.2006, 16:47
Zitat:Wenn man den neuen Staat auf strikte Neutralität festschreibt (so wie Finnland z.Z. des Kalten Krieges) und jegliche fremde Militärpräsenz vertraglich festschreibt, dann bildet Palästina eine natürliche Schutzzone für Israel an der Ostseite. Der neue Staat sollte sich außerdem auf die Unterbindung jeglichen Terrors verpflichten.1. Verhindert das nicht, dass vom Territorium dieses Staates aus Terrorakte ausgeführt werden.
Überraschungsangriffe wären dan nur noch vom Syrien und Ägypten möglich, wenn man den Libanon als zu schwach ansieht und die Hisbollah ausklammert.
2. Ist Palästina angesichts der territorialen Ausdehnungen, die sehr gering sind, als Schutzzone praktisch nutzlos. Da liegen schließlich nicht hunderte Kilometer dazwischen und mit motorisierten Verbänden ist man ruck zuck durch.
Das "Festschreiben" von Neutralität ist leicht dahingesagt. Wenn sich die umgebenden Staaten damit nicht einverstanden erklären (ob nun offiziell oder inoffiziell), sind solche Festschreibungen wertlos. Sowohl Finnland als auch die Schweiz oder Österreich taugen da als Beispiele nicht, da die Vorbedingungen fundamental anders waren.
Zitat:Dann kann Israel gleich wieder einmarschieren, da sie keinen Widerstand zu erwarten haben - Fliegende Steine ausgenommen.Deine Argumentation zieht hinten und vorne nicht. Zuerst mal brauchen sich die Israelis überhaupt keine Sorgen darum zu machen, ob oder ob nicht eine paslästinensische Armee existieren würde, denn dieser sind aus rein demographischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Gründen Grenzen gesetzt. Der Schlüssel zur Verteidigung Palästinas gegenüber Israel wird niemals in direkter militärischer Abschreckung bestehen, das kannst du in Stein meißeln.
Wenn man einem Staat nicht das gibt, was ein Zeichen seiner Akzeptanz ist, ein Platz auf der Landkarte, die Erwähnung in Atlanten mit Grenzen oder eine eigene Verteidigung - selbst der Vatikan hat eine (ziemlich mikrige) Armee. Enthältst du diese Punkte jemanden vor, fängt ja man doch wieder von vorne an.
Zum zweiten ist zur Sicherung und Überwachung der Grenzen eines Staates nicht zwangsläufig eine Armee erforderlich, das kann auch eine Polizei bzw. paramilitärischer Grenzschutz erledigen.
Zum dritten ist der Vatikan ein miserables Beispiel, denn die Gardisten erfüllen heute über den Personenschutz und beschränkt Objektschutz hinaus keinerlei Aufgaben einer regulären Militärmacht, dafür ist die italienische Armee da. Okay, ich nehme mein Urteil zurück: der Vatikanstaat ist ein wirklich gutes Beispiel, nur eben nicht so, wie du das auslegst.
