Shahab3 schrieb:
Zitat:hmm...Denke mal Du bist mit Deinen Ausführungen etwas über das Ziel hinausgeschossen. In dem Kontext hier ging es darum, ob friedlicher Widerstand Sinn macht.
Aber ansich können wir Deinen Worten entnehmen, dass Du friedlichen Widerstand für sinnlos, bzw fahrlässig hälst?! Zumindest schilderst Du das so.
Also ich zweifel zumindest an seiner Wirksamkeit.
Ich sehe das mit friedlichem Widerstand etwas anders. Ich glaube durchaus, dass er oft weiterhelfen kann und man mit ihm auch Ziele erreichen kann. Ghandi hat das britische Weltreich, dass sich wesentlich brutaler in seinen Kolonien aufgeführt hart als Israel in Nahost, in arge Bedrängnis gebracht und schließlich seinem Land die Unabhängigkeit zumindest mit ermöglicht (auch wenn es ein allgemeiner Trend nach Ende des Zweiten Weltkrieges war).
Nur ist es eben so, dass dieser "friedliche Widerstand" à la Ghandi bei den Arabern in Nahost nie eine Rolle gespielt hat. Seit Israel existiert wird mit allen Mitteln versucht, diesen Staat de facto militärisch auszulöschen. Und da wehren sich die Israelis eben entschieden dagegen. Kurz: Hätte man auf arabischer Seite etwas von dieser "Krummsäbelmentalität" abgegeben und den Weg Ghandis beschritten, wäre man heute schon viel weiter und stünde sicher vor einer friedlichen Lösung. Nur: Mit jemandem, der einem tagtäglich die eigene Auslöschung unter die Nase reibt, wollen die Israelis wohl nicht richtig reden, was man auch verstehen muss.
Zitat:Dein Pazifismus in allen Ehren, aber ich mag einfach nicht daran gleuben, dass man mit Sitzstreiks und Kundgebungen territoriale Probleme lösen kann.
Das kommt ganz auf die Leute an, mit denen man es zu tun hat. Und die Israelis sind sicherlich nicht solche, die grundsätzlich für sowas nicht zu erreichen wären. Demonstration in Israel gegen den derzeitigen Krieg im Libanon (auch wenn es vielleicht eher Angehörige der kommunistischen Seite sind), zeigen, dass sich die israelische Öffentlichkeit sicherlich gegen das Niederknüppeln von Demonstranten aussprechen würde, wenn die Leute nicht so verbittert wären über die arabischen Terrorakte. Sprich: Hätte es diese Terrorakte nicht gegeben, d. h. Selbstmordattentate, Raketenbeschuss, Entführungen, etc., so würde sich die breite Mehrheit der Israelis - und nicht nur die eher kommunistisch angehauchten Kräfte - gegen das brutale Vorgehen von eigenen Sicherheitskräften gegen friedliche Demonstranten aussprechen. Und spätestens dann hätten die Palästinenser gewonnen. Würden zwar noch einige Jahre ins Land gehen, aber eine friedliche Ordnung im Nahen Osten zum Wohle aller stünde im Mittelpunkt aller Bestrebungen.
Da aber eine friedliche Lösung nie Teil des arabischen Plans war, müssen die Libanesen und Palästinenser noch heute die Zeche für zahlen. Insofern: Friedlicher Widerstand lohnt durchaus, aber es müssen a) die richtigen Leute an der richtigen Stellen sein und b) darf man nicht zu lange solche Optionen grundsätzlich ausschlagen (wie im Nahen Osten geschehen).
Zitat:Der zudem wohl auch keine soziale Perspektive hat, jemals aus diesem Dilemma herauszukommen. Höchstwahrscheinlich ist er auch von klein auf mit der täglichen Gewalt groß geworden ist:
Einrückende Panzer, steinewerfende Kinder und die Älteren mit Gewehren und RPGs. Tote, Verletzte....Alltag eben.
Entschuldigung, aber - auch wenn es natürlich ist, dass Kinder sich an ihren Vorbildern orientieren - man könnte mal fragen, wieso die Kinder nicht ihre Eltern fragen, wie das alles zustande kam und welche Verantwortung sie mittragen, dass es soweit gekommen ist. Wieso fragen die Kinder nicht mal, wieso die israelis so brutal vorgehen? Die Antwort dürfte wohl dahingehend zielen, dass den Kindern, in bester Propaganda, erklärt wird, dass das eben die "bösen Juden" seien. Aber man wird ihnen nicht sagen, dass die Israelis deshalb so wütend reagieren, weil die arabischen Brüder der Palästinenser versuchen, sie seit einigen Jahrzehnten auszurotten...
Zitat:Und genauso würde ich es auch machen. Wer mir und meiner Familie das täglich antut und sich wohl noch auf den Orangenplantagen meiner Großeltern ne goldene Nase verdient, muss bluten...muss sterben!
Genau. Immer doch. Wenn wir gerade schon dabei sind: Haben wir eigentlich noch irgendwelche Interessen in Polen an unseren alten Gütern? Neeeeein, ich bin nicht keinesfalls revisionistisch, ich frage ja nur mal...und naja, also wenn sich die Chance bietet...eigentlich gehören die da ja so irgendwie nicht so hin und...
Schneemann.