Wenn es denn diese Verbrechen so gegeben hat, so müssen die Schuldigen bestraft werden, da darf man keinen Zweifel aufkommen lassen. Allerdings sollte man beim Israel-Bashing auch darauf achten, dass es wiederum für Israel als freiheitlich-demokratischem Land spricht, dass diese Verbrechen überhaupt ans Licht kommen, dass Armeeangehörige selbst und die Presse davon berichten und dass sich Ermittlungen anbahnen (egal ob ziviljuristisch oder militärjuristisch und auch egal, wie diese auch letztlich ausgehen mögen). In anderen von einigen Usern hier beliebäugelten Ländern
da unten gäbe es nicht mal die Tatsache, dass Soldaten der Streitkräfte überhaupt davon erzählen dürften, geschweige denn, dass man davon erfahren würde. Und wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, so denke ich, werden die Verantwortlichen auch zur Rechenschaft gezogen werden.
Abgesehen davon bleibt aber abzuwarten, wie viele Soldaten denn tatsächlich angeben, von solchen Verbrechen nur
gehört zu haben oder gar selbst darin involviert waren (und das geben dann doch wieder eher wenige zu). Wie viele haben denn nur was gesehen oder gehört oder haben es gar von einem anderen erzählt bekommen? Es gibt bisher nur die Aussagen von einem halben Dutzend Offizieren und ca. 20 Soldaten, die eindeutige Rückschlüsse auf Verstöße zulassen. Wenn sich bestätigen sollte, was diese Personen aussagen, so lässt dies zwar den Rückschluss auf auf jeden Fall zu ahndende Kriegsverbrechen gegenüber Zivilisten zu, sollte aber nicht den gesamten Kontext des Gaza-Krieges mit allen Hintergründen und Ursachen überdecken. Und genau dies geschieht jetzt leider durch den teilweise aufkommenden Medienhype, der um die Berichte von einigen Soldaten aufgebaut wird.
Hierzu:
Zitat:UN-Bericht zum Gaza-Krieg
Angriff ein Kriegsverbrechen?
Die israelische Militäroffensive im Gazastreifen zu Beginn des Jahres könnte nach Einschätzung eines UN-Berichterstatters womöglich als ein Kriegsverbrechen einzustufen sein. Nach den bisher vorliegenden Informationen gebe es "Gründe, zu dieser Ansicht zu gelangen", schrieb der UN-Beauftragte für die palästinensischen Gebiete, Richard Falk, in seinem Bericht.
Link: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.n-tv.de/1125325.html">http://www.n-tv.de/1125325.html</a><!-- m -->
Genau dies war zu erwarten! Anscheinend ist es wirklich der größte Fehler der Israelis, eigene Fehler einzuräumen, weil sonst stellt irgendwer sofort alles in Frage. Kommen mögliche Verbrechen in Detailaufnahmen ans Licht, wird alles prompt im Gesamtrahmen als ein Verbrechen hingestellt. Kann man denn jetzt noch nicht verstehen, warum die Israelis so unnachgiebig mit der Berichterstattung waren?
Es geht nun gar nicht mehr darum, warum dieser Krieg angefangen hat, bzw. wer begonnen hat. Nein, es geht nur noch um diesen Krieg, der als ein vermeintlich neutral zu beurteilender Sachverhalt in der Luft hängt und in welchem offenbar einige israelische Soldaten Verbrechen begangen haben. Und das prägt nun die Medienlandschaften, bzw. wird in einigen Jahren als Knüppelargument genutzt werden.
Ich bin ziemlich sicher, dass man in 2 – 3 Jahren, wenn es wieder mal einen anderen – von Fundamentalisten provozierten – Konflikt gibt, leider vom „Massenmord in Gaza 2009“ u. a. Horrorgeschichten schwadronieren wird, aber die genauen Hintergründe keine Rolle mehr spielen. Hauptsache es hat das Bild der bösen, dämonischen, kindermordenden Israelis sich eingebrannt. Und genau dieser Argumentationsstil wird auch von einigen Leuten hier sicher wieder angebracht werden. Es wird vermutlich kein Wort von den Ursachen des Krieges, den eigenen israelischen Ermittlungen und Enttarnungen oder den Angaben der israelischen Soldaten, etc. zu hören sein. Es wird nur, sobald jemand die palästinensischen Terrorpaten verantwortlich macht, mit der Gaza-Kampagne 2009 als vermeintlich einfach so existierenden Faktum der israelischen Verbrechen und den Ergebnissen der Studien der ach so furchtbar neutralen UN argumentiert werden.
Schneemann.